23.04.15 | Aktuelles, Pressemeldungen

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Eröffnung der Ausstellung „Unterwegs zu den Anderen – 200 Jahre Basler Mission und Württemberg“

Koffer - überall Koffer. Neunzehn geöffnete Gepäckstücke bilden das Rückgrat der Ausstellung, die am kommenden Sonntag, dem 26. April 2015, im Diakonie Klinikum in Stuttgart eröffnet wird. Darin erzählen Menschen in Texten, Bildern und Filmen von ihrem persönlichen Ausschnitt der 200jährigen Geschichte der Basler Mission - unter anderem ein Pioniermissionar, ein Kameruner Kunstschnitzer, eine Missionsbraut, ein interkulturelles Bibelübersetzerteam, eine Spendensammlerin und ein deutsch-afrikanisches Ehepaar.

"Was als Sendung von Missionaren im Jahr 1815 von Württemberg und Basel aus begann, das ist heute eine wechselseitige von Vertrauen geprägte Beziehung geworden, bei der man sich auf Augenhöhe begegnet und voneinander lernt. Aus einem 'Unterwegs zu den Anderen' ist ein 'Unterwegs mit den Andern' geworden." So fasst Klaus Rieth, Leiter des Referates Mission, Ökumene und Entwicklung in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und Stellvertretender Missionsratsvorsitzender der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS) die Entwicklung der Basler Mission zusammen. Er ergänzt: "Die ersten und die meisten Missionare der Basler Mission kamen aus Württemberg - weit über 1.000 Frauen und Männer. Schon vor 200 Jahren hat zum Auftrag, das Evangelium weltweit zu verkünden, immer auch diakonisches Handeln und ein starker Bildungsauftrag dazugehört."

"Die Ausstellung "Unterwegs zu den Anderen - 200 Jahre Basler Mission und Württemberg" ist das Herzstück der Feierlichkeiten BM 200. Mit ihr blicken wir auf ein Stück reiche und bewegte Missionsgeschichte zurück," beschreibt Pfarrer Dieter Bullard-Werner, Geschäftsführer der Basler Mission- Deutscher Zweig (BMDZ) in der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS) den Hintergrund der Ausstellung. "Wir wünschen uns, dass die Ausstellung viele junge und alte, kranke und gesunde Menschen, egal welcher Religion und Nationalität, anspricht und mitnimmt in die Bewegung, die die Basler Mission vor 200 Jahren ergriffen hat. Denn das Ziel der Mission, das Evangelium des Friedens zu leben, ist geblieben und hoch aktuell; das zeigen uns Nigeria und der Südsudan."

Andrea Kittel vom Landeskirchlichen Archiv Stuttgart der Evangelischen Landeskirche in Württemberg hat die Ausstellungskonzeption mit dem Gestaltungsteam Anja und Christoph Emde umgesetzt. "Die zahlreichen kleinen Ausstellungseinheiten werden zwischen Sitzgruppen und Aufenthaltszonen präsentiert. Die Gäste des Klinikums erhalten dadurch die Möglichkeit, kurze, in sich schlüssige Ausschnitte der Ausstellung zu betrachten."

Die Missionare und Missionarinnen hätten ihre Heimat verlassen und seien in fremde Welten aufgebrochen, so Kittel. "Was hat sie angetrieben?" Und auch bei den Menschen in den damaligen "Missionsgebieten" habe es massive Fremdheitserfahrungen gegeben: "Was wollen diese Weißen?" Aus dem "Unterwegssein" Einzelner hätten sich unter Bedingungen des Kolonialismus und westlicher Kulturdominanz eigenständige christliche Kirchen entwickelt. Selbstbewusst beanspruchten ihre Mitglieder heute für sich, nicht als die "Missionierten" zu gelten, sondern seien entschlossen, ihre religiösen und kulturellen Vorstellungen einzubringen.

Kittel sieht den aktuellen Bezug der erzählten Geschichten. "Die Ausstellung spielt bewusst mit der doppelten und dreifachen Fremdheitserfahrung, die sich zwischen Menschen verschiedener Kulturen und Menschen unterschiedlicher Epochen auftut. Die Ausstellungsbesucher und -besucherinnen selbst sind hineingenommen in diese Art der Begegnung. Fremdheit löst nicht nur Irritation aus, sondern auch Neugier und den Wunsch, nicht Gekanntes zu verstehen. Deshalb ist die Ausstellung eine Einladung an alle Neugierigen, zu sehen, zu hören, zu lesen, vielleicht zu verstehen - unterwegs zu den anderen."

Die Ausstellung wird am kommenden Sonntag, dem 26. April 2015, im Anschluss an einen feierlichen Gottesdienst um 15.oo Uhr durch Landesbischof Frank O. July mit eröffnet.

 

Ausstellung "Unterwegs zu den Anderen - 200 Jahre Basler Mission und Württemberg"

Veranstalter: BMDZ, EMS, Württembergische Landeskirche, Verein für württembergische Kirchengeschichte

Ort: Foyer des Diakonie-Klinikums Stuttgart

Termin: 26. April-28. Juni 2015 Führungen mit Anmeldung bei Andrea Braunisch, Telefon 0711 636 78 73, E-Mail: braunisch@ems-online.org

Pressekontakt:
Regina Karasch-Böttcher karasch@ems-online.org, Tel. +49 711 636 78 85, +49 178 62 000 52

Auskunft:
Pfarrer Johannes Stahl, Basler Mission - Deutscher Zweig (BMDZ) Tel. +49 711 636 78 25, jstahl@ems-online.org - www.missionmoves.org

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