03.03.20 | Aktuelles

Sie sind wir und wir sind Sie

Der Afrika-Tag 2020 (ejw/EMS/BMDZ) gipfelt in solidarischer Friedensbitte.

Pfarrer Tut Mai Nguoth aus Juba im Südsudan berichtet über die aktuellen Friedensbemühungen im jüngsten Staat der Welt. (Foto: BMDZ/Lutz)

Der Aufruf, Frieden zu bewahren, mündete beim diesjährigen Afrika-Tag durch konkrete Fürbitten in Solidarität mit den Opfern von Gewalt. Pfarrer Tut Mai Nguoth aus Juba im Südsudan hatte zuvor eindrücklich und anschaulich über Unversöhnlichkeit und die aktuellen Friedensbemühungen im jüngsten Staat der Welt berichtet. Anhand von politischen Karikaturen beleuchtete er die Hintergründe des ethnischen Konfliktes seines Heimatlandes, bei dem es neben der Gier nach Macht vor allem um gerechte Verteilung von Ressourcen geht.

Aktuelle Fotos beleuchteten Hintergründe und Nachhaltigkeit der Friedensarbeit der Abteilung für Nothilfe, Wiederaufbau und Entwicklung der Presbyterianischen Kirche im Südsudan PCOSS, deren stellvertretender Direktor Pfarrer Tut ist. Partnerschaftsreferent Pfarrer Johannes Stahl (BMDZ), der den Gast aus der Basler Partnerkirche übersetzte, ist überzeugt, dass die einheimische Kirche eine wesentliche Rolle spielt für nachhaltige Friedensarbeit: „Wie in vielen Ländern so ist auch im Südsudan die Kirche eine der wenigen anerkannten Institutionen, die stammesübergreifend arbeitet und die Grenzen von Sprache und Kultur überwindet.“ Dies zeige sich unter anderem im von der BMDZ unterstützten Ausbildungsprojekt für Hebammen. Dieses ist staatlich anerkannt und die dort ausgebildeten Hebammen behandeln alle Mütter und Babys mit Fachkenntnis und Respekt, unabhängig von ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit.

Im Hauptreferat nahm Pfarrer Tut die mehr als 60 Teilnehmenden mit auf eine innere Reise und bezog sich dabei auf Albert Einstein: „Frieden kann niemals durch Druck, sondern nur durch gegenseitiges Verständnis erreicht werden“, zitierte er den weltberühmten Physiker mit deutschem, schweizerischem und US-amerikanischem Pass. „Friede ist ein Prozess aus einer inneren Haltung heraus“, sonst sei er nicht nachhaltig. Das sei die Erfahrung seiner Kirche im Umgang mit den mehr als zwei Millionen Binnenflüchtlingen (IDPs) im Südsudan: „Wir sind Sie und Sie sind Wir. Sie sind unsere Väter und Mütter. Sie sind unsere Schwestern und Brüder.“ In diesem Sinne leiteten Stefan Hofmann (ejw-Weltdienst) und Pfarrer Georg Meyer (EMS) die Teilnehmenden zu Friedensbitten an, die Kandara Diebaté virtuos auf der Kora untermalte. Die Kora gilt als das höchstentwickelte Saiteninstrument Afrikas, sowohl die Bauweise, als auch die Musik sind einzigartig in der Welt.

In verschiedenen Länder-Workshops wurde die Frage nach dem Frieden und was wir dafür tun können gestellt und mit konkreten Informationen aus Nigeria, Äthiopien, Ghana, Sudan/Südsudan und Kamerun unterfüttert. So informierte der Leiter der Presbyterianischen Gemeinde in Stuttgart, Eric Fon, über die Betroffenheit seiner Gemeindeglieder und ihre Aktivitäten zur Deeskalation des anglophonen Konflikts in Kamerun, über den in deutschen Medien kaum etwas zu hören ist.

Der Afrika-Tag wird von der Basler Mission – Deutscher Zweig, EMS und CVJM/ejw-Weltdienst in Kooperation veranstaltet und richtet sich an alle, die an der Zusammenarbeit mit den Menschen Afrikas interessiert sind, darunter Partnerschaftsgruppen, ehemalige Freiwillige, ökumenische Mitarbeitende und Migrationsgemeinden.

Die Veranstaltung wurde von der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) gefördert.

Johannes Stahl, EMS/BMDZ

Termine

03.10.20 , Akademieweg 11, 73087 Bad Boll
Indien-Tagung 2020 Bad Boll

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06.10.20 , Schloss Unteröwisheim, Kraichtal
Mit Partnern unterwegs

Tage der Besinnung für alle, die sich für die Mission des Friedens und der Ökumene einsetzen und interessieren. mehr