18.05.20 | Aktuelles, Corona

Corona-Krise in Afrika: Hunger und wachsende Armut

Solidarität. Weltweit. Leben. Miteinander gegen Corona

Mitarbeiterin des Elim Homes für Kinder und Jugendliche mit geistigen und körperlichen Behinderungen trägt eine selbstgenähte Schutzmaske.

Während sich die Aufmerksamkeit der Medien auf Asien, Europa und die USA richtet, hat Corona längst auch Afrika erreicht. Kaum beachtet von der Weltöffentlichkeit droht dort eine weitere humanitäre Katastrophe: Denn durch die Pandemie verschärfen sich bereits bestehende Krisen.

Expert*innen warnen vor Hungersnöten und wachsender Armut. Hinzu kommt, dass die Gesundheitssysteme vieler afrikanischer Länder schon vor Corona mit strukturellen Problemen zu kämpfen hatten. Es fehlt an qualifiziertem Fachpersonal, Intensivbetten sowie medizinischem Gerät. Und beim weltweiten Ansturm auf die zur Mangelware gewordenen Gesichtsmasken, Schutzhandschuhe und Desinfektionsmittel ziehen viele afrikanische Länder gegenüber den reichen westlichen Industrienationen häufig den Kürzeren. Viele haben inzwischen umfangreiche, teils drastische Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 ergriffen. In dieser Situation spielen unsere afrikanischen Mitgliedskirchen eine besondere Rolle.

In Ghana wurde die mehrwöchige Ausgangssperre für Teile des Landes inzwischen wieder aufgehoben. Zahlreiche Einschränkungen bleiben jedoch bestehen – unter anderem das Verbot öffentlicher Versammlungen, religiöser Aktivitäten, Sportveranstaltungen und Konferenzen. Schulen bleiben ebenfalls weiter geschlossen. Als eine der größten Glaubensgemeinschaften des Landes unterstützt die Presbyterianische Kirche von Ghana (PCG) die staatlichen Maßnahmen durch Spenden an Regierungsinstitutionen und medizinische Dienste. Darüber hinaus stellt die PCG Schulen als Notunterkünfte zur Verfügung und verteilt Lebensmittel sowie Hilfsgüter an Bedürftige und Krankenhäuser. Doch dieses wichtige Engagement könnte schon bald enden: Da gegenwärtig keine Gottesdienste stattfinden, brechen die Einnahmen der Kirche aus den sonntäglichen Kollekten weg. Und damit fehlt eine wichtige Finanzquelle für den Kampf gegen Corona.

Noch gravierender ist die Situation in Südafrika, dem Land mit den meisten bestätigten Infektionen des gesamten Kontinents. Etwa 10.000 Menschen wurden dort mittlerweile positiv auf COVID-19 getestet. Die Dunkelziffer ist hoch. Unter den Folgen der Pandemie leiden besonders die Armen und Marginalisierten. Noch immer gilt eine strenge Ausgangssperre, wegen der viele Handwerker*innen, Straßenverkäufer*innen und Tagelöhner*innen nicht mehr arbeiten gehen und für ihren Lebensunterhalt sorgen können. Soziale Distanzierung lässt sich vor allem in den Slums der Großstädte kaum umsetzen. Die Evangelische Brüder-Unität in Südafrika (MCSA) verteilt in ihren Gemeinden Grundnahrungsmittel wie frisches Obst und Gemüse, zudem unterhält sie zahlreiche Suppenküchen. Aber auch sie ist von einem drastischen Einbruch der Einnahmen betroffen, während der Bedarf an Hilfe unablässig steigt.

Helfen Sie mit! Die EMS-Mitgliedskirchen in Afrika sind dringend auf Unterstützung angewiesen. Wir bitten Sie herzlich um Ihre Spende. Wir tun alles dafür, dass diese zielgerichtet dort eingesetzt wird, wo die Not am größten ist.

Spendenkonto:
Evangelische Mission in Solidarität e.V.
Evangelische Bank
IBAN: DE85 5206 0410 0000 0001 24
Verwendungszweck: „Miteinander gegen Corona“

Termine

18.09.20 , Berliner Missionswerk, Georgenkirchstraße 70, 10249 Berlin
China – Ethik – Wirtschaft

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