24.03.20 | Aktuelles, Corona

Mut in unsicheren Zeiten

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. (2 Tim 1,7)

Wir denken an die nahen und die fernen Nächsten und beten für die, die Gottes Hilfe jetzt in besonderer Weise brauchen.

Liebe Schwestern und Brüder,

das Corona-Virus bestimmt in diesen Tagen in vielen Teilen der EMS-Gemeinschaft das Leben der Menschen. Während die einen zuhause sitzen und alle Sozialkontakte vermeiden sollen, sind andere nach Kräften darum bemüht, die medizinische Versorgung, die öffentliche Ordnung oder die Versorgung mit den lebensnotwendigen Gütern aufrecht zu erhalten. Und wir alle verfolgen mit Sorge die weltweiten Auswirkungen der derzeitigen Entwicklungen, viele auch in großer Sorge um die eigene Existenz.

In vielen Kirchen können die Gottesdienste und Zusammenkünfte derzeit nicht stattfinden und so suchen wir nach anderen Wegen, um uns durch Gottes Wort stärken zu lassen und miteinander in Verbindung zu bleiben. In diesen Tagen möchte ich Ihnen gerne eine Ermutigung zukommen lassen. „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit,“ schreibt Paulus an seinen Schüler Timotheus, um ihn für die Aufgaben, die vor ihm liegen, zu stärken. Und er gibt ihm dabei drei Kriterien mit auf den Weg, die auch für die Entscheidungen in diesen Tagen hilfreich sein können:

Gehe Deinen Weg mit Mut und Vertrauen, schreibt er ihm, und lass Dich nicht von der Furcht besiegen. „Angst ist ein schlechter Ratgeber,“ sagt das Sprichwort. Unser Glaube ermutigt uns, uns bei unseren Entscheidungen von Zuversicht und Vertrauen leiten zu lassen und nicht zuzulassen, dass die Sorgen die Macht über uns gewinnen.

Lass Dich von der Liebe leiten, empfiehlt Paulus. Lasst uns unsere Entscheidungen danach ausrichten, was für alle Betroffenen das Beste ist. „Der Andere ist unendlich wichtig,“ schreibt Bonhoeffer in einem seiner Briefe. Krisenzeiten verleiten dazu, zunächst an sich selbst zu denken. Gerade in der jetzigen Situation hilft jedoch, sich gegenseitig zu unterstützen, wo immer das möglich ist. Wir denken an die nahen und die fernen Nächsten und beten für die, die Gottes Hilfe jetzt in besonderer Weise brauchen.

Bewahre die Besonnenheit, schreibt Paulus. Was für ein wunderbares, altmodisches Wort! Bedeutet es doch, gerade in den drängendsten Augenblicken nochmals kurz einzuhalten und sich zu besinnen: Ist das, was wir jetzt vorhaben, wirklich dran? Ist der nächste Schritt den wir gehen, ein Schritt in die richtige Richtung?

Ich wünsche Ihnen in diesen Tagen, dass Sie sich bei allen Herausforderungen immer auch getragen erleben im Glauben. Und ich wünsche Ihnen, dass Sie Gottes Geist mit Kraft, Liebe und Besonnenheit durch diese Tage begleitet. Wir bleiben zusammen im Geist Jesu Christi, in der Kraft der Liebe und der Besonnenheit.

In herzlicher Verbundenheit,
Ihr Dieter Heidtmann

Termine

18.09.20 , Berliner Missionswerk, Georgenkirchstraße 70, 10249 Berlin
China – Ethik – Wirtschaft

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