01.04.15 | Aktuelles

Kunst aus Südkorea

Ausstellung mit Werken von HONG Sungdam

HONG Sungdam lebt und arbeitet in Südkorea. Bereits in den 1980er Jahren erlangte er mit seinen Holzschnitten, die den Kampf der Demokratiebewegung gegen die Militärdiktatur zeigten, Berühmtheit. Sie sind Teil der sogenannten Minjung-Kunst. Minjung bezeichnet die Gruppe der Ärmsten und der Leidtragenden in Korea. Es sind die schlechtbezahlten Arbeiter, die Verfolgten, die Mittellosen, Alten und Kranken. Und zum Minjung gehören auch die Intellektuellen und Kunstschaffenden, die sich in der Demokratiebewegung gegen die Diktatur auflehnten. Die gleichnamige Kunstrichtung griff die traditionelle Holzdruckkunst auf und stellte die Brutalität des herrschenden Regimes und das Leid der verfolgten Opposition dar. HONG Sungdam wurde zu einem ihrer bekanntesten Vertreter, doch gerade diese Popularität wurde ihm zum Verhängnis. Im Jahr 1989 verhaftete man HONG Sungdam, der erst auf Drängen von Amnesty International und einer breiten Unterstützung, auch vieler Kirchen weltweit, Anfang der 1990er wieder frei kam.

Ab Mittwoch den 8. April sind viele Werke des südkoreanischen Künstlers im Zinzendorfhaus in Neudietendorf in der Ausstellung "Bilder des Widerstands. Werke von HONG Sungdam" zu sehen. Die Vernissage findet im Rahmen der von der EMS mitorganisierten Tagung "Erkämpfte, gefährdete, gelebete Demokratie!?" statt, die sich mit der Frage um die Zukunft der demokratischen Zivilgesellschaft in Südkorea befasst. In der Ausstellung werden Replikate von aktuellen Bilder gezeigt sowie Holzdrucke aus den 1980er Jahren. Der Künstler selbst ist vor Ort und wird von der alten und neuen Unterdrückung seiner Kunst erzählen und über die Lage im Land berichten.

"Die Kunst von HONG Sungdam ist heute kaum weniger brisant", erläutert Lutz Drescher, Verbindungsreferent der EMS für Ostasien und Indien. "In seinen Bildern kritisiert er offen die Präsidentin PARK Geun-Hye, die seit zwei Jahren Südkorea regiert. Seit dem Wahlsieg der konservativen Politikerin geben einige Tendenzen Grund zur Sorge: Die Pressefreiheit und das Streikrecht werden eingeschränkt und es gibt Indizien, dass die Zahl der Strafverfahren im Namen der nationalen Sicherheit im Wahlkampf angestiegen und soziale Online-Medien manipuliert worden seien." Auch HONGs Kunst steht in der Kritik und koreanische Speditionen weigern sich derzeit, seine Werke auszufliegen.

Die Ausstellung ist während der Tagung vom 7. bis 9. April 2015 im Zinzendorfhaus zu besichtigen. Der Eintritt ist frei, um telefonische Voranmeldung unter 036202/983-33 wird gebeten.

Für Rückfragen und weitere Informationen: Lutz Drescher, Verbindungsreferent Ostasien und Indien, Tel. 0711 / 636 78-30

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