4. 08. 2014 | Archiv 2014x

„Wir lassen Euch nicht alleine“

EMS steht Opfern der Dreifachkatastrophe in Japan weiter bei

Die Dreifachkatastrophe Erdbeben - Tsunami - Brand des Kernreaktors Fukushima hat 2011 in Japan unermessliche Schäden angerichtet. Viele Kubikkilometer von Schutt sind inzwischen weggeräumt worden. Tausende von Gebäuden konnten neu errichtet oder renoviert werden. Aber die langfristigen Folgen sind schwerwiegend.

"Es leben immer noch etwa hunderttausend Menschen in Notunterkünften", so Jürgen Reichel, Generalsekretär der EMS nach seinem Besuch in Japan. "Viele ältere Menschen schaffen den Schritt nicht mehr, sich nach dem traumatischen Verlust ihrer Heimat - und oft auch von Angehörigen - an einem neuen Wohnort einzuleben, der ihnen zugewiesen wird."

Die Kirchen in Japan haben deshalb in Hunderten von Übergangssiedlungen seelsorgerliche und soziale Betreuung eingeführt. "Wir konnten dort mit vielen Menschen sprechen", so Reichel. "Sie bedanken sich bei den Kirchen in Deutschland dafür, dass sie nicht alleine gelassen werden. Die EMS wird ihnen weiter helfen, ihr Leben zu bewältigen".

Die Kirchen in Japan, unter ihnen die Vereinigte Kirche Christi in Japan, eine der Mitgliedskirchen der EMS, weisen eindringlich darauf hin, dass die japanische Regierung aus dem furchtbaren Reaktorunglück nicht gelernt hat. "Ein eigenes Geheimhaltungsgesetz verhindert, dass kritische Stellungnahmen veröffentlicht werden. Niemand weiß Genaues über die gegenwärtigen Strahlenbelastungen. Dies führt dazu, dass viele junge Familien vollkommen verunsichert sind, weil sie nicht wissen, wo sie ihre Kinder spielen lassen können, und welche Nahrungsmittel radioaktiv verseucht sind" so Pfarrer Toru Akiyama von der Vereinigten Kirche Christi in Japan. "Die japanische Regierung erkennt nicht, wie ernst die Situation ist. Sie riskiert lieber die Gesundheit ihrer Bürger als die atombasierte Wirtschaftspolitik unseres Landes", so Akiyama.

Die EMS stellt den Kirchen in Japan weiterhin Mittel zur Verfügung und ermöglicht damit die seelsorgerlicher Begleitung von Menschen in Not, die Messung von Strahlenwerten und Ferienaufenthalte von Kindern in Gegenden, die nicht radioaktiv belastet sind. Sie unterstützt außerdem die 'Erklärung von Sendai', in der die Vereinigte Kirche in Japan eine Abkehr von der Atompolitik fordert.

 

Pressekontakt: Regina Karasch-Böttcher, karasch@ems-online.org, Tel. +49 711 636 78 85

Auskunft: Jürgen Reichel, reichel@ems-online.org, Tel. +49 711 636 78 21

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