5. 11. 2013 | Archiv 2013

Missionserklärung Busan 2013: „Gemeinsam für das Leben“

Mission ist eine Bewegung Gottes und nicht ein Ausbreitungsprogramm der Kirche

(Stuttgart, 04.11.2013) Die 10. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) hat zur Mission im 21. Jahrhundert Stellung bezogen. 349 Kirchen mit insgesamt ca. 500 Mio. Mitgliedern, die unter dem Dach des ÖRK in Genf arbeiten, darunter alle evangelischen Landeskirchen in Deutschland und etliche der Freikirchen, sind vom 30.Oktober bis zum 8.November im koreanischen Busan zusammen gekommen und haben sich dort zu Fragen der Religionsfreiheit, des Zusammenlebens der Religionen und dem Respekt vor den Kulturen geäußert.

"Wir sind außerordentlich dankbar dafür, dass die Erklärung des ÖRK "Gemeinsam für das Leben" dazu geeignet ist, einem weit verbreiteten Missverständnis von Mission gegenüber zu treten. Mission ist eine Bewegung Gottes und nicht ein Ausbreitungsprogramm der Kirche", so Pfarrerin Marianne Wagner, Vorsitzende der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS) mit Sitz in Stuttgart, die an der Vollversammlung teilnimmt. "Wir erkennen Gottes Mission unter anderem daran, wo Unterdrückung beendet wird, wo Gemeinschaften sich versöhnen und wo die Schöpfung wieder hergestellt wird. In dieser Mission Gottes können Christen mit Menschen, die dem christlichen Glauben fernstehen, zusammen wirken. Der ÖRK grenzt sich entschieden von einer Vorstellung ab, Mission in Konkurrenzhaltung wie ein auf Wachstum angelegtes Unternehmen zu betreiben. Menschen kommen zum Glauben, wenn sie Gott als den entdecken, der sich für ihre Leben einsetzt."

"Besondere Aktualität gewinnt die Erklärung da, wo sie Christen daran erinnert, dass Mission nicht ausgrenzt, weil Gott alle Menschen mit derselben Würde bekleidet hat", so Pfarrer Jürgen Reichel, Generalsekretär der EMS, die 28 Mitgliedskirchen in drei Kontinenten umfasst. "Christen glauben daran glauben, dass sie - mit den Worten des Briefes an die Hebräer - "ohne ihr Wissen Engel beher-bergen", wenn sie Fremde aufnehmen. Flüchtlingstragödien, wie sie sich derzeit auf dem Mittelmeer abspielen, sind nicht nur erschütternd, sondern müssen ein Europa zutiefst beschämen, das sich gegen Gott richtet, weil es Menschen absichtsvoll dem Tod und Verderben ausgeliefert sein lässt statt damit zu rechnen, seine Sendboten unter den Migranten zu finden."

Der ÖRK bezieht in seiner Erklärung deutliche Stellung zur Religionsfreiheit. "Als Christen sind wir immer stärker dazu gerufen, uns den raschen Veränderungen im religiösen Verhalten in allen Gesellschaften zu stellen", so Marianne Wagner. "Überall muss neu ausgehandelt werden, wie sich Rechte und Ansprüche der verschiedenen Religionsgemeinschaften und von religionsfernen Menschen zu-einander verhalten. Weder einem Fundamentalismus der Scheuklappen, den es in allen Religionen gibt, noch eine säkulare Lust an der Verdrängung der Religionen aus dem öffentlichen Raum sind die Lösung. Als EMS wollen wir in unseren Ländern - Ghana und Südafrika, dem Nahen Osten, Indonesien, Korea und Japan sowie Deutschland, daran mitwirken, dass die Freiheit, seine Religion auszuüben, sich nicht nach dem Willen einer jeweiligen Mehrheit richtet."

Für die EMS sind derzeit in Busan:

Ulrike Schmidt-Hesse, EMS-Geschäftsleitung, schmidt-hesse@ems-online.org, Tel. +49-178-6367832

Marianne Wagner, EMS-Präsidium, (ab 4.11.), wagner@moed-pfalz.de, Tel. +49-171-17114149

Kontakt in Deutschland:

Presse EMS: Jürgen Reichel, reichel@ems-online.org, Tel. +49-178-6367831, www.ems-online.org

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