13. 11. 2011 | Archiv 2011

EMS-Synodale treffen historische Entscheidung in Mainz

Neue „Evangelische Mission in Solidarität“ verstärkt Internationalisierung und Mitwirkung an der Basis
Gruppenbild der Teilnehmer der EMS-Synode in Mainz. (Foto: Sander/EMS)

Gruppenbild der Teilnehmer der EMS-Synode in Mainz. (Foto: Sander/EMS)

Mainz/Stuttgart. Die Synodalen des Evangelischen Missionswerks in Südwestdeutschland (EMS) haben am 12. November 2011 in Mainz einstimmig eine neue Satzung und einen neuen Namen beschlossen. Das EMS heißt künftig "Evangelische Mission in Solidarität - Kirchen und Missionen in internationaler Partnerschaft". Die neue Konstitution begründet die juristisch gleichberechtigte Mitgliedschaft aller 23 Kirchen und fünf Missionsgesellschaften in zehn Ländern in Asien, Afrika, dem Nahen Osten und Europa und tritt am 1. Januar 2012 in Kraft. Anstelle der Synode (Mitgliederversammlung) ist künftig die Vollversammlung das höchste Entscheidungsorgan. Sie hat Haushalts- und Richtlinienkompetenz und tritt alle zwei Jahre zusammen. Die Mitgliedskirchen und Missionsgesellschaften entsenden je nach Größe zwischen ein bis drei Vertreter. Zugewählt werden können Vertreter der internationalen EMS-Netzwerke für Jugend und Frauen sowie Personen mit betriebswirtschaftlicher, juristischer und missionswissenschaftlicher Kompetenz.

Mit dem Synodenbeschluss erhalten die nichtdeutschen "Partnerkirchen" volles Mitbestimmungsrecht bei allen Entscheidungen und übernehmen gemeinsam mit den deutschen "Mitgliedskirchen" die inhaltliche, finanzielle und strategische Verantwortung für die Zukunft ihres internationalen Gemeinschaftswerks. Alle Mitglieder entrichten künftig Beiträge, welche die Kosten der Gremienarbeit decken. Die Vollversammlung der neuen EMS wählt als Vorstand den Missionsrat. Er ist mit Repräsentanten aus den Kirchen und Missionsgesellschaften ebenfalls international besetzt und tritt zweimal jährlich zusammen.

Gemeinsames Zeugnis des Glaubens im Zentrum

Mit der Reform will das 1972 gegründete EMS sein verändertes Selbstverständnis zum Ausdruck bringen. "Das Gravitationszentrum des christlichen Glaubens im 21. Jahrhundert liegt längst im Süden. Die Neuausrichtung ermöglicht wechselseitiges Lernen und ökumenische Begegnungen, die vom Geben und Nehmen auf Augenhöhe geprägt sind. Schwerpunkt der EMS bleibt auch künftig das gemeinsame Zeugnis für das Evangelium", betont Generalsekretär Bernhard Dinkelaker. Vor den Synodalen unterstrichen Dr. Habib Badr, Leitender Pfarrer der Nationalen Evangelischen Kirche von Beirut im Libanon, und Pfarrer Lennox Mcubusi, Präsident der Herrnhuter Brüdergemeine in Südafrika, die Bedeutung der internationalen EMS-Gemeinschaft für ihre Kirchen. Die neue EMS hat auch die Unterstützung ihrer Mitglieder bei der kritischen Auseinandersetzung mit ihrer Missionsgeschichte zur satzungsgemäßen Aufgabe erklärt. Eine wichtige Neuerung im künftigen Werk ist die Einrichtung regionaler Foren. Sie bieten den bisherigen Synodalen sowie haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden aus Gemeinden und Gruppen aller EMS-Kirchen und Missionsgesellschaften weltweit die Möglichkeit, sich aktiv am Auftrag der EMS zu beteiligen und darüber auszutauschen.

Die Synode erteilte dem Missionsrat (Vorstand) und der Geschäftsstelle Entlastung für das Rechnungsjahr 2010 und verabschiedete einstimmig den Wirtschaftsplan für 2012 mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 6,321 Mio. Euro. Die Vorsitzende des EMS-Missionsrats, Pfarrerin Marianne Wagner (Evangelische Kirche der Pfalz), legte der Synode den Bericht über ein Zukunftskonzept, das die wirtschaftliche, personelle und inhaltliche Arbeit der EMS bis 2016 sicherstellt, vor. 2012 will die EMS die vierzig Jahre ihres Bestehens mit einem Festjahr begehen. Der Rückblick auf vier Jahrzehnte Mission in Solidarität und der Ausblick auf die wachsende internationale Gemeinschaft soll mit Gottesdiensten in allen Kirchen der EMS, einem Benefizkonzert und weiteren regionalen Veranstaltungen gefeiert werden.

"Mission in Deutschland ist eine Mainzerin"

Bei einem rheinhessischen Abend hieß Dr. Volker Jung, Kirchenpräsident der gastgebenden Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), die Synodalen in Mainz als einem historischen Zentrum der Mission willkommen: "Bonifatius machte Mainz zu einer der wichtigsten Missionsstädte. Deshalb ist die Mission in Deutschland im Grunde eine "alte Mainzerin". Jung betonte die Bedeutung des EMS für die weltweiten Beziehungen seiner Landeskirche. Er brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass die Synode ihre weitreichende Zukunftsentscheidung an diesem geschichtsträchtigen Ort getroffen habe. Dr. Klaus-Volker Schütz, Propst von Rheinhessen (EKHN), berichtete von einer Reise zur indonesischen Minahasa-Kirche anlässlich des 25jährigen Partnerschaftsjubiläums beider Regionen. Die Minahasa-Kirche gehört ebenfalls zur EMS-Gemeinschaft. Die EMS-Synodalen besuchten auch die neue Synagoge in Mainz und nahmen als Gäste an der Sabbatfeier der jüdischen Gemeinde teil. Die Begegnung und das Gespräch mit Menschen anderen Glaubens ist ein wichtiger Aspekt des Mehrjahresprogramms EMS-Fokus "Rechenschaft geben von unserer Hoffnung - Christliches Zeugnis in einer pluralistischen Welt." Am Sonntag nach der Synode wirkten die Gäste aus dem Libanon, Südafrika und Korea in Gottesdiensten in drei Mainzer Gemeinden mit.

Die Leitung des EMS

Präsident der EMS-Synode (Mitgliederversammlung) ist Dekan Michael Graebsch (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau), Stellvertreterinnen sind Dekanin Bärbel Schäfer (Evangelische Landeskirche in Baden) und Margret Maier (Evangelische Landeskirche in Württemberg). Der EMS-Missionsrat (Vorstand) mit Vertreterinnen und Vertretern aller Kirchen und Missionsgesellschaften der EMS-Gemeinschaft steht unter Leitung von Pfarrerin Marianne Wagner (Evangelische Kirche der Pfalz). Stellvertreter sind Kirchenrat Klaus Rieth (Evangelische Landeskirche in Württemberg) und Pfarrer Dr. Habib Badr (Leitender Pfarrer der Nationalen Evangelischen Kirche von Beirut, Libanon). Verantwortlich für die Geschäftsstelle in Stuttgart ist Generalsekretär Pfarrer Bernhard Dinkelaker (Evangelische Landeskirche in Württemberg), Stellvertreter sind Pfarrerin Ulrike Schmidt-Hesse (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau) und Rudolf Bausch (Evangelische Landeskirche in Württemberg).

 

Kontakt: Gerd Sander, Pressesprecher, Tel.: 0711 636 78 85, Mobil: 0178 636 78 33, sander@ems-online.org

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