27. 05. 2011 | Archiv 2011

Jugendliche, Männer und Frauen mit einer Friedensmisson

Bei der Internationalen Ökumenischen Friedenskonvokation in Kingston (Jamaika) vom 18. bis 24. Mai eröffnete die Presbyterianische Kirche in der Republik Korea (PROK) eine Petition für einen Friedensvertrag auf der koreanischen Halbinsel. Bis zum 23. Mai 2013, dem 60. Jahrestag des Waffenstillstandsabkommens, sollen dafür weltweit Unterschriften gesammelt werden. „Wir unterstützen diese Petition der PROK“, sagte Ulrike Schmidt-Hesse, stellvertretende Generalsekretärin des EMS. „Die Arbeit für Frieden und Versöhnung in Ostasien ist ein wichtiges Anliegen der EMS-Gemeinschaft.“

Internationale EMS-Gemeinschaft intensiv an Ökumenischer Friedenskonvokation beteiligt

An der Konvokation nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter vieler weiterer Kirchen in der EMS-Gemeinschaft teil, so aus Deutschland, der Schweiz, Ghana, Indien, Indonesien und Japan. Bei einem Begegnungsabend berichteten sie von ihrem vielfältigen Engagement für Frieden in der Gemeinschaft, mit der Erde, in der Wirtschaft und zwischen den Völkern. Der Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Ulrich Oelschläger, betonte  in seinem Grußwort die Rolle der Religionen in Gewaltprävention und Konfliktbearbeitung. „Dabei ist internationale ökumenische Zusammenarbeit, wie sie das EMS fördert, von hoher Bedeutung,“ sagte Oelschläger.   

In einem Workshop zur gewaltfreien Konfliktbearbeitung mit Jugendlichen stellte Stefan Maas von der badischen Landeskirche das Programm „Jugendliche werden Friedensstifter“ vor und Joycelyn Osei Anima aus der Presbyterianischen Kirche in Ghana (PCG) das vom EMS geförderte Projekt „Peacemakers“. Die Workshopteilnehmenden aus verschiedenen Ländern zeigten sich sehr interessiert an den Programmen, die in ihren Zielsetzungen übereinstimmen und zugleich in den praktischen Übungen kulturspezifische Unterschiede aufweisen. „Wir wollen mit dem Peacemakers-Programm im nächsten Jahr in Ghana aktiv die Wahlen begleiten“, sagte Dr. Solomon Sule-Saa, Referent für Ökumenische Beziehungen und soziale Verantwortung der PCG.

Die Anliegen und Erfahrungen aus der EMS-Gemeinschaft spiegeln sich auch in der Botschaft der Konvokation „ Ehre sei Gott und Frieden auf Erden“. Darin werden die Förderung der Kapazitäten junger Menschen zum Friedenstiften, die Absage an religiöse Legitimierung von Gewalt, die Förderung der Zusammenarbeit der Religionen sowie die biblische Grundlegung des gerechten Friedens und einer Spiritualität aktiver Gewaltfreiheit hervorgehoben. Als Herausforderungen für die weitere Arbeit werden auch der Einsatz für Frieden in Korea und die Abkehr von der Nutzung der Atomenergie genannt. „Die Katastrophe in Fukujima zeigt in erschreckender Weise, dass die Atomenergie das Leben von Menschen und der ganzen Schöpfung bedroht“, betonte Hiroko Ueda, Generalsekretärin des Nationalen Kirchenrates in Japan (NCCJ). „Wir möchten gemeinsam mit den Kirchen in der EMS-Gemeinschaft daran arbeiten, wie wir Veränderungen im Bewusstsein und in der Politik voranbringen und alternative Energien und Lebensstile fördern können.“

Das EMS hatte sich intensiv an der „Dekade zur Überwindung von Gewalt“, die in Kingston abgeschlossen wurde, beteiligt. So führte es ein interkulturelles Bibelleseprojekt zur Theologie des Friedens, Workshops zur Rolle von Religionen in Konflikten und Trainings in gewaltfreier Konfliktbearbeitung durch. Es entsendet Begleiterinnen und Begleiter im Ökumenischen Friedensdienst in Palästina und Israel (EAPPI), beteiligte sich an den Teambesuchen des ÖRK („Lebendige Briefe“) in Deutschland und Indonesien und trug zur Erklärung zum gerechten Frieden bei. Teilnehmende an der Konvokation werden bei der Tagung des internationalen Missionsrates des EMS im Juni 2011 berichten und Vorschläge einbringen, wie sich Menschen in verschiedenen Ländern und Kirchen in der EMS-Gemeinschaft weiterhin gegenseitig ermutigen können, Botschafterinnen und Boschafter des Friedens Gottes zu sein.

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