27. 06. 2014 | Archiv 2014x

Evangelischer Glaube und Meinungsfreiheit sind eng verflochten

Koreanische Kirchen bitten EMS, ihre Bemühungen um Frieden und für Wiedervereinigung zu unterstützen

Die Delegierten des EMS-Missionsrates gedenken auf dem Nationalfriedhof in Gwangju der Opfer des blutig niedergeschlagenen Volksaufstandes von 1980. (Foto: EMS/Waltz)

"An der Spitze der demokratischen Bewegung in Korea stehen seit vielen Jahrzehnten auch und insbesondere Christinnen und Christen", sagt Pfarrerin Marianne Wagner, Vorsitzende der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS). "Viele der jetzigen Leiter und Pastoren in unseren Mitgliedskirchen, der Presbyterianischen Kirche von Korea (PCK) und der Presbyterianischen Kirche in der Republik Korea (PROK), wurden zu Zeiten der Diktatur inhaftiert und sogar gefoltert. Sie haben das Bewusstsein der anderen Kirchen der Gemeinschaft dafür geschärft, dass evangelischer Glaube, Meinungsfreiheit und Menschenrechte eng verflochten sind. Nun unterstützen wir als EMS gemeinsam die Forderung der Kirchen in Südkorea nach Versöhnung und friedlicher Wiedervereinigung mit dem Norden. Wir erkennen deren starken Willen an, Brücken zwischen den beiden Teilen des immer noch gespaltenen Landes zu bauen. Dabei wissen wir, dass starke Kräfte im Norden und im Süden ein viel größeres Interesse daran haben, die Gräben zu vertiefen."

Der EMS-Missionsrat nahm in Gwangju an einer Gedenkfeier für die Opfer des Aufstandes für Demokratie teil. Im Mai 1980 verloren in der südwestkoreanischen Stadt mehr als 200 Menschen ihr Leben, als das Militär das Feuer auf unbewaffnete Demonstranten eröffnete. "Unsere Zusammenarbeit mit den koreanischen Kirchen stammt aus jener Zeit des verzweifelten Kampfes für Demokratie und Freiheit", erklärt Wagner.

Der Generalsekretär der Presbyterianischen Kirche in der Republik Korea, BAE Tae-Jin, sagt: "Wir sind der EMS-Gemeinschaft immer noch dankbar für die Fürsorge und Solidarität, die sie uns während der dunklen Zeiten der Diktatur entgegen gebracht hat. Sie stand uns bei, als die Rechte der Menschen in unserem Land mit Füßen getreten wurden. Wir bitten die EMS heute, unsere Bemühungen um Frieden und für Wiedervereinigung zu unterstützen."

Pfarrer LEE Hong-Jung, Generalsekretär der Presbyterianischen Kirche von Korea, fügt hinzu: "Bis heute leidet unsere Gesellschaft an den Wunden des koreanischen Krieges und der Diktaturen der Vergangenheit. Daher haben wir als PCK eine Dekade der Heilung und der Versöhnung ausgerufen. Auf diese Weise hoffen wir, dass wir den Weg zum Frieden und zur Wiedervereinigung bereiten können."

Vom 25. bis 28. Juni trifft sich der Missionsrat der internationalen Gemeinschaft der Evangelischen Mission in Solidarität an der Theologischen Universität Honam im südkoreanischen Gwangju. Die EMS zählt 28 Mitglieder, die meisten davon in Asien, im Nahen Osten und in Afrika. In Deutschland gehören ihr die Evangelischen Kirchen von Baden, Hessen-Nassau, Kurhessen-Waldeck, der Pfalz und Württemberg sowie die Europäische Brüderunität an.

Pressekontakt:
Regina Karasch-Böttcher, Karasch@ems-online.org, Tel. +49 711 636 78 85

Information:
Jürgen Reichel, Reichel@ems-online.org, Tel. +82 10 5677 3486 (Südkorea)

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