27. 10. 2011 | Archiv 2011

EMS stellt Weichen für die Zukunft

EMS-Synode entscheidet im November in Mainz über neue Satzung, neuen Namen und neue Gremienstruktur.

Stuttgart. Die Synode des Evangelischen Missionswerks in Südwestdeutschland (EMS) wird am 11. und 12. November 2011 in Mainz über seine Neuausrichtung entscheiden. Zu dem 1972 gegründeten Gemeinschaftswerk gehören 23 Kirchen und fünf Missionsgesellschaften in zehn Ländern in Asien, Afrika, dem Nahen Osten und Europa.

Eine revidierte Satzung soll die vor rund 20 Jahren begonnene Internationalisierung nun auch verfassungsmäßig verankern. Die Konstitution, die am 01. Januar 2012 in Kraft treten soll, sieht die juristisch gleichberechtigte Mitgliedschaft aller Kirchen und Missionsgesellschaften vor.

Die Mitglieder sind in der künftig alle zwei Jahre stattfindenden Vollversammlung repräsentiert, der international besetzte Missionsrat trifft sich in deutlich verkleinerter Besetzung zweimal jährlich. Die Geschäftsstelle, zuständig für die operative Umsetzung der Beschlüsse von Vollversammlung und Missionsrat, behält ihren Sitz in Stuttgart.

Neuer Name als Programm

„Evangelische Mission in Solidarität – Kirchen und Missionen in internationaler Partnerschaft (EMS) e.V.“ soll das Gemeinschaftswerk künftig heißen. Der neue Name ist Programm: „Gegründet auf das Evangelium ist unser gemeinsamer Auftrag die Teilhabe an Gottes Mission in drei Kontinenten. In Solidarität sind wir verbunden mit allen Menschen, die verletzbar, arm und ausgegrenzt sind“, erläutert EMS-Generalsekretär Bernhard Dinkelaker.

Die inhaltliche und strukturelle Neuausrichtung des Werks findet in einer Zeit statt, die von enger werdenden finanziellen Rahmenbedingungen gekennzeichnet ist. In den letzten zwei Jahren hat das EMS bereits Personal und Sachkosten reduziert. Die EMS-Leitungsgremien und die Geschäftsstelle haben zusammen mit einer externen Organisationsberatung ein Konzept erarbeitet, welches das Missionswerk in einer nächsten Phase von 2012 bis 2016 auf eine zukunftsfähige Basis stellen soll - trotz weiterer Sparprognosen.

Die vierzig Jahre ihres Bestehens will die neue EMS 2012 mit einem Festjahr begehen. Der Rückblick auf vier Jahrzehnte Mission in Solidarität und der Ausblick auf die wachsende internationale ökumenische Gemeinschaft soll mit Gottesdiensten in allen Kirchen des EMS, einem Benefizkonzert und weiteren Veranstaltungen gefeiert werden.

Begegnungsprogramm in Mainz

Die gastgebende Evangelische Kirche in Hessen und Nassau lädt die EMS-Synodalen zu einem rheinhessischen Abend ein, an dem Kirchenpräsident Dr. Volker Jung ein Grußwort sprechen wird. Die Synodalen werden die neue Mainzer Synagoge besuchen und als Gäste an der Sabbatfeier teilnehmen. „Die Begegnung mit Menschen anderen Glaubens ist ein wichtiger Aspekt des EMS-Fokus „Rechenschaft geben von unserer Hoffnung – Christliches Zeugnis in einer pluralistischen Welt“, betont Pfarrerin Ulrike Schmidt-Hesse, stellvertretende EMS-Generalsekretärin (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, Wiesbaden/ Stuttgart). Mitarbeitende der Geschäftsstelle werden vom interkulturellen Bibelleseprojekt berichten, an dem rund 80 Gruppen aus dem In- und Ausland teilgenommen hatten, sowie Aktivitäten im Bereich der theologischen Ausbildung vorstellen.

Aus der internationalen EMS-Gemeinschaft nehmen drei Delegierte aus dem Libanon, Korea und Südafrika an der EMS-Synode teil. Sie werden am Sonntag, dem 13. November 2011, in Mainzer Gottesdiensten predigen. Zu Gast in der Christuskirche ist Pfr. SHIN, Seung-Min, Ökumenereferent der Presbyterianischen Kirche in der Republik Korea (PROK). Seine Kirche engagiert sich stark im Themenbereich Frieden und Versöhnung. In der Evangelischen Kirche in Marienborn predigt der Präsident der Herrnhuter Brüdergemeine (Moravian Church) in Südafrika, Pfr. Lennox Mcubusi. Im Anschluss wird er unter dem Thema „Südafrika zwischen Versöhnung und Gewalt“ über Entwicklungen in seinem Land seit der friedlichen Überwindung der Apartheid berichten. An ökumenischen Unterstützungsaktionen hatte sich die Marienborner Kirchengemeinde in den achtziger und neunziger Jahren intensiv beteiligt. In der Pauluskirche in der Mainzer Neustadt ist Pfarrer Dr. Habib Badr (Leitender Pfarrer der Nationalen Evangelischen Kirche von Beirut, Libanon) zu Gast. Er wird die aktuelle Situation im Nahen Osten unter dem Aspekt der biblischen Friedensbotschaft betrachten.

Die Leitungsgremien des EMS

Präsident der EMS-Synode (Mitgliederversammlung) ist Dekan Michael Graebsch (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, Oppenheim), Stellvertreterinnen sind Dekanin Bärbel Schäfer (Evangelische Landeskirche Baden, Lörrach) und Margret Maier (Evangelische Landeskirche in Württemberg, Stuttgart). Der EMS-Missionsrat (Vorstand), dem 36 Vertreterinnen und Vertretern aller Kirchen und Missionsgesellschaften der EMS-Gemeinschaft angehören, steht unter Leitung von Pfarrerin Marianne Wagner (Evangelische Kirche der Pfalz, Speyer). Stellvertreter sind Kirchenrat Klaus Rieth (Evangelische Landeskirche in Württemberg) und Pfarrer Dr. Habib Badr (Leitender Pfarrer der Nationalen Evangelischen Kirche von Beirut, Libanon). Verantwortlich für die Geschäftsstelle in Stuttgart ist Generalsekretär Pfarrer Bernhard Dinkelaker (Evangelische Landeskirche in Württemberg).

Kontakt und Informationen:

Gerd Sander, Pressesprecher, Tel.: 0711 636 78 85, Mobil: 0178 636 78 33, sander@ems-online.org

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