Partnerschaftsarbeit

Auf unterschiedlichen Wegen gemeinsam Erfahrungen sammeln

Was geschieht in Partnerschaften?

Partnerschaftsgruppen tauschen sich kontinuierlich aus über die Situation in ihren Heimatländern und in ihrer Kirche und besuchen sich gegenseitig. Dabei lernen sie ihre unterschiedliche Kultur und Spiritualität kennen.
Als Partner unterstützen sie sich im Gebet und treten füreinander ein. Dazu zählen entwicklungspolitische Bewusstseinsbildung, solidarische Aktionen und Lobbyarbeit.
Verbundene Gruppen feiern gemeinsam den Partnerschaftssonntag, interpretieren die gleichen Bibeltexte oder organisieren Veranstaltungen zu einem Thema, das sie beide anspricht. Sie schauen über ihren „Horizont” hinaus zu Christinnen, Christen und Menschen anderer Religionen weltweit.
Ihre Erfahrungen fließen zurück in die Kirchengemeinden in Deutschland und im Partnerland. Gruppen realisieren häufig auch Projekte, beispielsweise den Bau von Kirchen, unterstützen Bildungsmaßnahmen für junge Menschen oder Maßnahmen zur Stabilisierung des Einkommens ihrer Partner.

Warum in Partnerschaften aktiv werden?

Menschen engagieren sich in Partnerschaften, weil sie ihr eigenes Leben bereichern. Sie erfahren, welche Alltagsprobleme beispielsweise Kamerunerinnen und Kameruner zu bewältigen haben. Wie man auf dem Land lebt ohne Strom und fließendes Wasser, in einem Umfeld mit einer hohen Arbeitslosenrate, wie Großfamilien organisiert sind, wann und wie gebetet wird. Von Partnern in Nigeria hören sie, wie Christen und Christinnen in einem muslimischen Umfeld leben. Partner in Indien sind Vorbilder darin, wie christliche Gemeinden sich engagieren in einem Land mit extremen gesellschaftlichen Gegensätzen zwischen Armen und Reichen. Die Beteiligten aus den internationalen Partnerkirchen schätzen den persönlichen Kontakt und Austausch genauso. Für sie sind persönliche Begegnungen ebenso eine Erweiterung des Bewusstseins und die Chance, eine andere Lebensweise kennenzulernen. Zugleich erwarten Partner finanzielle Unterstützung oder die Realisierung von Projekten.

 

Miteinander unterwegs

EMS und BMDZ

Viele der Partnerschaften entwickeln sich aus Kontakten, die bei Auslandseinsätzen von Mitarbeitenden der Missionswerke oder aus Begegnungen von Christen und Christinnen im internationalen ökumenischen Kontext entstanden. Oft bestand bereits eine institutionelle Verbindung im örtlichen kirchlichen Umfeld, meist innerhalb eines Kirchenbezirks. Mit institutioneller Unterstützung werden Partnerschaftsvereinbarungen getroffen, die Beziehungen nachhaltig stärken.

Beratung und Begleitung

Die EMS und die BMDZ unterstützen Partnerschaften, indem sie ihre Arbeit begleiten. Beratung bei individuellen Fragen und länderspezifische Informationen fördern die Kompetenz der Gruppenmitglieder. Für die Vernetzung bieten die BMDZ und die EMS Partnerschaftsseminare und ein Forum an, wo der Austausch unter den Gruppen stattfindet. Die EMS und die BMDZ verstehen die Partnerschaften als Basis, um das Anliegen „Leben als weltweite Kirche” in die deutsche Öffentlichkeit hineinzutragen.

Literaturtipps

  • Lothar Bauerochse, Miteinander leben lernen: Zwischenkirchliche Partnerschaften als Lerngemeinschaften, Erlangen 1996
  • Partnerschafts know how, herausgegeben 2003 von der Vereinten Evangelischen Mission
  • Partnerschaft überdacht, Analyse kirchlicher Partnerschaften, Evangelisches Missionswerk in Deutschland (EMW), Hamburg 2006