Indien: Theologische Ausbildung

So vielfältig das Land Indien ist, so vielfältig sind auch die Herausforderungen, mit denen die vielen Mitarbeitenden der Kirche von Südindien tagtäglich konfrontiert werden. Fortbildungen und Workshops sollen sie stärken und ihnen bei ihrer Arbeit helfen.

Die Kirche von Südindien hat vier Millionen Mitglieder, die sich auf 24 Diözesen verteilen. 3.500 Pfarrerinnen und Pfarrer, tausende Evangelisten, Katecheten und ehrenamtliche Mitarbeitende spielen in den Gemeinden eine wichtige Rolle. Sie tragen die Arbeit der Kirche und sind wichtige Verbindungsmitglieder zu den Menschen in abgelegenen Regionen. Täglich treffen sie auf neue Herausforderungen und Probleme, die sie fachlich und persönlich an ihre Grenzen bringen. Deshalb unterstützt die EMS vier Projekte zur theologischen Ausbildungen in der Kirche von Südindien (CSI), die durch Fortbildungen und Workshops den Mitarbeitenden neue Kompetenzen an die Hand geben und in ihrer Arbeit stärken.

Hilfe zur Selbsthilfe für Pfarrerinnen und Pfarrer

Pfarrerinnen und Pfarrer der CSI tragen eine große Verantwortung für ihre Gemeindemitglieder. Täglich begegnen ihnen soziale und politische Probleme wie religiöser Fanatismus, Verletzung der Grundrechte oder Armut. Ihre theologische Ausbildung berücksichtigt keine betriebswirtschaftlichen und sozialpolitischen Inhalte, um mit diesen Herausforderungen umgehen zu können. In der ersten Phase des Projekts "Hilfe zur Selbsthilfe für Pfarrerinnen und Pfarrer" erhalten sie Schulungen in Personal- und Finanzmanagement und zu Menschenrechten. Im zweiten Jahr nehmen sie an Kursen zur Stressbewältigung und Trauerarbeit teil. Von den Kursen profitieren nicht nur die mehr als 500 Pfarrerinnen und Pfarrer, die das Training absolvieren, sondern vor allem auch die ländlich christlichen Gemeinden der Dalits und Adivasis, die als Minderheiten am Rande der indischen Gesellschaft leben.

Fortbildungen in der Familienseelsorge

Gewalt gegen Frauen ist in Indien immer noch ein großes Thema. Mitarbeitende und Ehrenamtliche der Frauenbewegung der CSI besuchen ihre Gemeindemitglieder oft zu Hause. Dort erfahren sie von den Frauen aus erster Hand, mit welchen Problemen und Herausforderungen diese zu kämpfen haben. Und sie beobachten, dass viele Frauen und Mädchen von Gewalt und Unterdrückung betroffen sind.
Deshalb schult die Kirche von Südindien ihre ehrenamtlichen Gruppenleiterinnen auf dem Feld der Familienseelsorge. In Fortbildungen lernen sie Strategien zur Konfliktbewältigung und den Umgang mit Verlust, Depression oder Krankheiten. Mit den neu erlernten Fähigkeiten tragen die Ehrenamtlichen aktiv zur Bewältigung von Konflikten bei, stehen den Betroffenen seelsorgerisch zur Seite und befreien indische Frauen von Gewalt und Diskriminierung.

Fortbildung für Evangelisten

Evangelisten übernehmen in der CSI viele Aufgaben als Missionare, Gemeindeleiterinnen oder Sozialarbeiter. Sie besuchen abgelegene Dörfer und teilen die Probleme und Sorgen der armen Leute. Für die Kirche von Südindien sind sie wichtige Verbindungsmitglieder. Um sie auf ihre vielfältigen Aufgaben vorzubereiten, erhalten deshalb etwa 100 Ehrenamtliche pro Jahr ein fünftägiges Training, das mit Bibelstudien, Persönlichkeitsbildung und Meditation gefüllt ist.
Der Workshop findet im regionalen Kontext vor Ort und in den lokalen Sprachen der indischen Gemeinden statt. So können regionale Rahmenbedingungen in die Schulung mit einbezogen werden, die Bibelstudien in den lokalen Sprachen erleichtert die Kommunikation mit den Gemeindemitgliedern. Durch die Fortbildungen treten die ehrenamtlichen Mitarbeitenden selbstbewusster auf und stehen ihren Mitmenschen beratend und seelsorgerisch zur Seite. Sie werden in ihrer Funktion als Führungskraft gestärkt und bilden fortan als Ausbilder neue Ehrenamtliche aus.

Ausbildung von Ehrenamtlichen im Kindergottesdienst

Für die Kirche von Südindien ist die junge Generation sehr wichtig, denn über eine Millionen der vier Millionen Mitglieder sind Kinder und Jugendliche unter 18. Um den Kindergottesdienst für die jungen Gemeindemitglieder attraktiver zu gestalten entwickelte die CSI ein Fortbildungskonzept, das ehrenamtliche Mitarbeitende in vier der 24 Diözesen schult. An fünf Tagen lernen sie neue Methoden und innovative Konzepte, die sie bei ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen anwenden können. Wie lässt sich die Bibel für Kinder verständlicher darstellen? Welche spielerischen Elemente kann ich einbringen?
Auf diese Fragen erhalten die Teilnehmenden eine Antwort und erfahren zudem mehr über die städtische und ländliche Lebenswelt der indischen Jungen und Mädchen. Auch ein psychologischer Exkurs ist Teil der Ausbildung, sodass die Ehrenamtlichen ihren Schützlingen bei Problemen zur Seite stehen können.

Die Kirche von Südindien fördert in vielen Projekten die theologische Ausbildung ihrer Mitarbeitenden. Helfen Sie mit!


Spendenkonto:

Evangelische Mission in Solidarität
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