Indonesien: Arbeit mit behinderten Kindern

Sie seien eine "Strafe Gottes": Kinder mit Behinderungen leiden in Indonesien noch immer unter diesem Ruf. Eine Fraueninitiative der Toraja-Kirche durchbricht die Isolation dieser Kinder und setzt sich für ihre Rechte ein.

Eine dunkle Ecke im Haus - das war Augustines angestammter Platz. Das indonesische Mädchen ist blind und erhielt die ersten Jahre ihres Lebens wenig Beachtung. Heute ist alles anders: Sie sitzt am Tisch und schneidet mit kräftigem Druck einen großen Kürbis klein. Ihre Blindheit fällt erst auf, als sie aufsteht, um einen Kochtopf zu holen. Ganz selbstverständlich hilft Augustine heute im Haushalt mit und lernte in der Braille-Schrift lesen und schreiben.

Aus der Ecke in die Mitte der Gesellschaft

Geschafft hat Augustine das alles gemeinsam mit den ehrenamtlichen Frauen der Toraja-Kirche, die das Mädchen schon seit elf Jahren fördern. Bereits Mitte der 90er-Jahre fingen sie an, behinderte Kinder aufzusuchen und mit dem Programm "Rehabilitation in der Gemeinschaft" (RBM) zu unterstützen. Ihr Antrieb: indonesische Familien sperrten Kinder mit Behinderungen oft in einen verborgenen Teil des Hauses weg. Denn traditionell werden diese Kinder als "Strafe Gottes" gesehen und als Folge einer Verfehlung in der Familie. Auch unter Christen in Indonesien ist diese Ansicht weit verbreitet.
Die Mitarbeiterinnen von RBM versuchen alles, dass Kinder mit Behinderungen als Ebenbilder Gottes von klein auf in Familien und Gemeinden aufgenommen werden. Zudem setzen sie sich für die Rechte der Jungen und Mädchen auf medizinische Versorgung und Bildung ein – auch auf nationaler Ebene. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen besuchen die Familien meist vor Ort in ihren Bergdörfern. Zusammen mit Ärzten besprechen sie, wie die Kleinen individuell nach ihren Fähigkeiten gefördert werden können. Um Vorurteile abzubauen, organisieren sie Aufklärungsseminare und beziehen die Kinder in Gottesdienste und Feste mit ein. Einige von ihnen werden in Rantepao in einem 2013 neugebauten Gebäude unterrichtet, dass unter anderem durch viele Spenderinnen und Spender der EMS möglich gemacht wurde!

Ein selbstständiges Leben führen

Das Ziel des Projekts ist es, dass Kinder mit Behinderungen in Indonesien ein weitgehend selbstständiges Leben führen können. "Dass dies möglich ist, zeigen die vielen jungen Menschen, die wir betreut haben oder noch betreuen, die arbeiten und so zu ihrem Lebensunterhalt beitragen", freut sich Milka Sarangalla, Leiterin des Programms. Auch Augustine ist eines dieser 400 Kinder und Jugendlichen: Durch einen kleinen Kredit von RBM eröffnete sie einen Kiosk, in dem sie vor allem ihre handgeknüpften Taschen verkauft.

Helfen Sie Kindern mit Behinderungen, in der Mitte der indonesischen Gesellschaft anzukommen!


Spendenkonto:
Evangelische Mission in Solidarität
Evangelische Bank eG
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BIC: GENODEF1EK1