Indonesien: Müllrecycling auf Bali

In der indonesischen Bevölkerung ist das Bewusstsein für die Gefahren wilder Müllentsorgung noch sehr gering – gleichzeitig produziert der Inselstaat immer mehr Müll. Die Christlich-Protestantische Kirche in Bali hat das Problem erkannt und handelt.

Indonesien hat ein Müllproblem. Proportional zum Zuwachs der Bevölkerung steigt auch der produzierte Müll in dem Inselstaat. Auf Bali leben 4,1 Millionen Menschen, die jeden Tag 10.030 Kubikmeter produzieren. Damit könnte man vier olympische Schwimmbecken füllen. 13 Prozent davon – also 1,304 Kubikmeter – ist Plastikmüll. Müllentsorgung und Plastikrecycling werden von den lokalen Behörden nur unzureichend organisiert, der meiste Müll landet einfach in Gärten, in Gewässern oder wird verbrannt. Dadurch verunreinigt er immer stärker das Trinkwasser, den Boden und die Luft und verursacht Krankheiten. Die balinesische Regierung versucht mit dem "Bali Green and Clean" Programm, das Problem in den Griff zu bekommen. An Sammelstellen, sogenannten "Waste Banks" erhalten Indonesierinnen und Indonesier eine Vergütung, wenn sie recyclingfähiges Plastik und Glas abgeben. Die indonesische Bevölkerung nimmt dieses Angebot kaum an, da keine begleitende Aufklärungsarbeit geleistet wird.

Recyceltes Plastik wird zu Taschen

Aus diesem Grund engagiert sich die Christlich-Protestantische Kirche in Bali (GKPB) gleich mit zwei Projekten auf diesem Gebiet und will bis Ende 2018 1000 Gemeindemitglieder für die Teilnahme gewinnen. Die Frauenarbeit "Dian Kristawati" bildet Frauen auf der ganzen Insel aus und begleitet sie und ihre Familien. Die Frauen erlernen fachgerechte Kompostierung und werden in ihrem Einkaufsverhalten hin zur Plastikvermeidung geschult. Ein weiteres Projekt fokussiert sich auf Familien in den vier Dekanaten der GKPB und klärt die Menschen über das Müllproblem und die Möglichkeiten der Wiederverwertung auf. In beiden Projekten werden den Einheimischen Wege gezeigt, über die "Waste Banks" Geld zu verdienen und so einen höheren Lebensstandard zu erreichen. Außerdem soll aus recycelbaren Materialien neue Produkte produziert werden. So fertigen die Projektteilnehmenden seit einiger Zeit Taschen aus recyceltem Plastik an.

Die Müllrecycling-Projekte auf Bali bieten den Indonesierinnen und Indonesiern die Möglichkeit, durch aktiven Umweltschutz Geld zu verdienen. Darüber hinaus erlernen sie neue Kenntnisse und Selbstvertrauen, um ihr eigenes kleines Unternehmen zu gründen und ein nachhaltiges Leben zu führen.

Ihre Spende hilft, die Umwelt auf Bali zu schützen und den Menschen vor Ort bessere Lebensbedingungen zu ermöglichen!

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