Indonesien: Theologische Ausbildung

Neun indonesische Kirchen sind Teil der EMS-Gemeinschaft. Sie alle stehen mit ihren Gemeinden vor kleinen und großen Herausforderungen.

Fehlende Unterrichtsmaterialien, abgelegene Gemeinden oder der interreligiöse Dialog - die Kirchen brauchen gut ausgebildete Mitarbeitende, die für ihre Mitmenschen einstehen und sie seelsorgerisch unterstützen und begleiten. Vier Projekte, die die EMS unterstützt, dienen der theologischen Ausbildung in Indonesien:

Praktische Theologie für Ehrenamtliche

Bereits seit 2010 bietet die Protestantisch-Indonesische Kirche in Donggala Fortbildungen für Ehrenamtliche und Pfarrer an. Die bunt gemischte Kirche besteht aus verschiedenen Volksgruppen und Zuwanderern. In den Workshops lernen die Frauen und Männer, wie sie ihrer Gemeinde Halt geben können. Praktische Übungen helfen den Teilnehmenden, das theoretisch Erlernte besser zu verstehen und umzusetzen.
Die Evangelische Kirche in Südsulawesi ist eine kleine Kirche mitten in einem muslimischen Umfeld. Der interreligiöse Dialog und die Begegnungen mit Muslimen, aber auch die Armut der Gemeinden sind eine große Herausforderung. In den Fortbildungskursen der Kirche lernen die Haupt- und Ehrenamtlichen neue Methoden, mit diesen Themen im Alltag umzugehen. Sie erproben Strategien zur Konfliktbewältigung und lernen neue Ansätze in der Seelsorge und Gemeindearbeit.

Evangelisten und Katecheten für Mamasa

Zwei bis vier Stunden Fußmarsch liegen manche Gemeinden im Toraja-Hochland auf der indonesischen Insel Sulawesi auseinander. Da Pfarrerinnen und Pfarrer meist mehrere Gemeinden betreuen, helfen viele Ehrenamtliche, bei Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen aus. Um die Evangelisten und Katechten in ihrer Arbeit zu stärken, bildet die Toraja-Mamasa-Kirche (GTM) insgesamt 850 Ehrenamtliche aus. In Schulungen erhalten die Teilnehmenden umfassendes Wissen in praktischer Theologie und Bibelauslegung. So können sie ihren Mitmenschen bei der Suche nach christlichen Antworten zu wirtschaftlichen, kulturellen und ökologischen Problemen zur Seite stehen. Das Ziel der GTM ist es, dass es in all ihren Kirchengemeinden zwei ausgebildete geistliche Begleiter gibt.

Unterrichtsmaterialien für den Konfirmandenunterricht

Die Protestantisch-Indonesische Kirche in Luwu (GPIL) besitzt keine Lehrbücher für den Unterricht in ihren Gemeinden. Aus diesem Grund fehlt vielen Christen der Luwukirche ein solides Wissen ihres Glaubens. Abhilfe bringt das neue Projekt, das die Kirche 2017 ins Leben gerufen hat und den Konfirmandenunterricht mit Lehrmaterialien und gut ausgebildetem Lehrpersonal verbessern soll.
Zunächst fragt die Kirche bei Pfarrerinnen und Religionslehrern an und wählt aus ihnen einen Pool von 15 Autorinnen und Autoren aus. Sie erhalten zunächst eine Schulung, in der sie lernen Themen zielgruppengerecht aufzuarbeiten. Im Anschluss stellt das Team Materialien zusammen und gibt diese in den Druck - 236 Bücher finden in 118 Gemeinden ein neues zu Hause. Darüber hinaus erhalten die Konfirmandenlehrerinnen und -lehrer eine viertägige Fortbildung. Dort lernen sie neue Methoden, um besser auf ihre Schützlinge einzugehen.

Fortbildungen für Vikare

Nicht nur Pfarrerinnen und Pfarrer, auch Vikare sind Anlaufstellen für die Gemeindemitglieder der indonesischen Kirchen. Sie unterstützen bei familiären, gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Problemen und stehen den Menschen seelsorgerisch zur Seite.
Das Theologische Institut der Torajakirche (ITGT) ist seit vielen Jahren eine weit über die Kirche hinaus anerkannte Fortbildungsakademie für Vikare und Pastoren. In den Seminaren während des dreijährigen Vikariats arbeiten die Teilnehmenden mit Fallbeispielen aus ihrer Tätigkeit, diskutieren Erfolge in der Gemeindearbeit und tauschen sich über Probleme und Herausforderungen aus. Ziel ist es, die Vikare in ihrer Arbeit zu stärken, sodass sie auf die heutigen sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen in ihren Gemeinden Antworten geben können.

Die indonesischen Kirchen engagieren sich für die theologische Ausbildung ihrer Mitglieder. Helfen Sie mit!


Spendenkonto:

Evangelische Mission in Solidarität
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