Kamerun: Frauen stärken

Die Rolle der Frauen in Kamerun ist zwiespältig und kräftezehrend. Einerseits sorgen sie mit Fleiß, Gemeinsinn und Durchhaltevermögen für den Zusammenhalt und das Gedeihen ihrer Familien und ihres sozialen Umfelds. Andererseits werden sie ausgebeutet, diskriminiert und sexueller Gewalt ausgesetzt. Die Presbyterianische Kirche in Kamerun gibt diesen Frauen Wertschätzung und verhilft ihnen zu einer selbstbestimmten Perspektive für ihr Leben.

Die Frauen in Kamerun tragen die Gesellschaft ihres Landes. Sie verrichten nicht nur die täglich anfallende Hausarbeit, sondern verdienen auch häufig einen maßgeblichen Anteil des Lebensunterhalts ihrer Familien. Allerdings haben sie über das erworbene Geld oft keine Kontrolle, da sie dem Ehemann gegenüber zum Gehorsam verpflichtet sind. Sieht man außerdem, dass eine kamerunische Frau im Lauf ihres Lebens statistisch gesehen fünf Kinder zur Welt bringt und aufzieht, erscheint die Tatsache, dass genau diese Frauen traditionell gesellschaftlicher Diskriminierung und sexueller Ausbeutung ausgesetzt sind, besonders bitter und ungerecht.

In Wertschätzung lernen

Die Presbyterianische Kirche in Kamerun (PCC) erkennt nicht nur die Rolle der Frauen in der Familie an. Frauenarbeit zur Stärkung der Selbstwirksamkeit und des Selbstbewusstseins und die Hebung des Ansehens und des Einflusses von Frauen in der Gesellschaft allgemein ist seit den Sechzigerjahren ein wichtiger Aspekt ihres Programms, der auch heute nicht an Dringlichkeit verloren hat.

Das von Mission 21 und der Basler Mission – Deutscher Zweig unterstützte Programm bietet den Frauen ein vielfältiges und lebensnahes Kursangebot. Absolut grundlegend sind Alphabetisierungskurse. Weiterführende Schulungen, wie z.B. in biologischen Anbaumethoden, Buchhaltung und Vermarktung eigener Produkte tragen zur Sicherung des Lebensunterhalts bei. Auch der Austausch in Bibel-Workshops sowie Themen wie weibliche Gesundheit und Familienplanung spielen in dem Projekt eine wichtige Rolle. Die Teilnehmerinnen lernen, wie sie die Mehrfachbelastung durch Kindererziehung, Haushalt und Arbeit besser bewältigen und finanziell auf eigenen Beinen stehen können.

Gemeinsam Veränderung bewirken

Die Frauen in den Gruppen schätzen die Kraft und das Gemeinschaftsgefühl, das von der gemeinsamen Arbeit ausgeht. Sie schöpfen daraus Kraft für den eigenen Alltag, erzielen bessere Ernten, lernen Erwirtschaftetes klug zu investieren und bringen als Kleinstunternehmerinnen neue Produkte auf ihren lokalen Markt. Außerdem entstehen in ihren Reihen immer wieder kleinere Gruppen, die andere soziale Projekte unterstützen, wie etwa in Bamenda, der Provinzhauptstadt von Nordwest-Kamerun, wo sich eine kleine Organisation um Witwen und AIDS-Waisen kümmert.

Das Programm der PCC ist Teil der Bewegung, die sich „Christian Women Fellowship“ nennt. Sie umfasst heute mehr als 1.200 Frauengruppen und 48.000 Mitglieder aus unterschiedlichen Ethnien und Schichten der kamerunischen Gesellschaft. Gemeinsam arbeiten sie für bessere soziale und wirtschaftliche Bedingungen für die Frauen Kameruns und ihre Teilhabe am öffentlichen Leben.

Mit Ihrer Unterstützung stärken wir Frauen in Kamerun und verhelfen ihnen zu einem selbstständigen Leben. Helfen Sie mit!

Spendenkonto:
Basler Mission - Deutscher Zweig
Evangelische Bank eG
IBAN: DE91520604100000001180
BIC: GENODEF1EK1