Korea: Ökologiezentrum

Ein Tankerunglück vor Südkorea verursachte Ende 2007 die schwerste Ölkatastrophe im Land. In der Bevölkerung gewann der Umweltschutz danach an großer Bedeutung und führte zur Gründung eines Ökologiezentrums durch die Presbyterianische Kirche in der Republik Korea.

Ökologisches Handeln ist den Südkoreanerinnen und Südkoreanern wichtig geworden. Die Folgen von Bebauung und Landverbrauch der dicht besiedelten Landschaften fordern ihren Tribut. Auch die Presbyterianische Kirche der Republik Korea (PROK) ist Teil der Ökologiebewegung und versteht Umweltschutz als christlichen Auftrag, die Schöpfung zu bewahren. Sie animiert ihre Mitlieder, sich aktiv für die Umwelt einzusetzen – als ethische Verpflichtung gegenüber Gott und der Gesellschaft. Das Ökologiezentrum vernetzt die Aktionen der erstarkenden Umweltschutzbewegung im ganzen Land. Vor allem Frauen engagieren sich.

Nachhaltig konsumieren und produzieren

Zum einen bietet das Zentrum Bildungsreisen an. Die Gemeinden unternehmen Exkursionen in sensible Feuchtgebiete und lernen über die Auswirkungen, die die Menschen auf die Umwelt haben. Diese Reisen sensibilisieren die Teilnehmenden für die schädlichen Auswirkungen von Großprojekten beispielsweise einem Flussbegradigungsprojekt.
Zum anderen stehen Themen wie nachhaltiger Konsum und erneuerbare Energien auf der Tagesordnung. Eine Nahrungsmittel-Kooperative wurde gegründet, um Lebensmittel direkt zwischen ländlichen Produzenten und städtischen Konsumenten zu vermitteln. Darüber hinaus gibt es einen Gemüseanbau-Wettbewerb und im Ökozentrum wird selbst angebautes Obst und Gemüse gemeinsam zubereitet und gegessen. Passend dazu gibt es Seminare und Studiengruppen.
Im Themenfeld der erneuerbaren Energien wurde eine Solar-Kooperative initiiert, die sich für die Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel einsetzt. Ein erster Schritt der Kooperative war die Installation einer 50MW Solaranlage auf dem Dach des Theologischen Seminars der Hanshin Universität.

Deutsche Ökologin engagiert sich vor Ort

Da das Thema Umweltschutz in Deutschland eine große gesellschaftliche und politische Bedeutung hat, interessiert sich die Presbyterianische Kirche in Korea sehr für eine Zusammenarbeit mit deutschen Experten. Seit 2012 ist Karina Schumacher als Ökumenische Mitarbeiterin in Korea tätig. Sie arbeitet im Ökozentrum der Kirche mit und setzt sich dort seit Anfang 2015 für den Erhalt eines naturnahen Flussökosystems ein. Dieses ist durch den Bau mehrerer Staudämme im Rahmen des Vier-Flüsse-Projektes, ein Projekt der Regierung zur Energiegewinnung und Hochwasserprävention, gefährdet. In ihrer täglichen Arbeit sowie in Interviews und Vorträgen bringt sie deutsche Expertise im Umweltschutz mit ein und arbeitet mit ehrenamtlichen Mitarbeitern zusammen.

Fördern Sie den Umweltschutz in Südkorea und unterstützen Sie das Engagement des Ökologiezentrums!


Spendenkonto:
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