Südsudan: Hebammenschule

Viele Mütter und Kinder sterben im Südsudan während oder kurz nach der Geburt. Eine gezielte Qualifizierung von Hebammen hilft, die Sterblichkeitsraten zu senken.

Im Südsudan ist es leider eine gewöhnliche und alltägliche Erfahrung, dass eine Mutter ihr Kind während der Geburt verliert. Um hier Abhilfe zu leisten, bildet die Presbyterian Relief and Development Agency (PRDA), das diakonische Werk der Presbyterianischen Kirche von Südsudan (PCOSS), Geburtshelferinnen aus.). Pro Jahrgang können rund 20 Frauen aus den verschiedenen Bundesstaaten des Landes an der Ausbildung teilnehmen. Danach kehren sie in der Regel in ihre Heimatregionen zurück. Als staatlich anerkannte Hebammen bringen sie dann ihr erworbenes Wissen zur Gesundheitsförderung und Hygiene an der Basis ein. . Das wesentliche Ziel ist es, die Gesundheitssituation im ganzen Land zu fördern.

Die 2005 gegründete Hebammenschule in Leer am Oberen Nil wurde während des Bürgerkrieges 2014 zerstört. Die damaligen Schülerinnen mussten fliehen. Etwa ein Jahr später konnte die Schule im kenianischen Lokochoggio in der Nähe der südsudanesischen Grenze neu eröffnet werden. Die geflüchteten Schülerinnen haben Mitarbeitende der Schule aufgespürt und nach Lokochiggio zur Fortsetzung ihrer Ausbildung gebracht. Obwohl sie dafür ihre Familien, zum Teil auch ihre Kinder und Ehemänner zurücklassen mussten, waren die jungen Frauen weiterhin mit Freude und Hoffnung dabei. Im Sommer 2016 schlossen diese 28 Hebammenschülerinnen ihre Ausbildung ab.

Die Hebammenschule

In Lokichoggio absolvieren die Frauen ein staatlich anerkanntes Programm mit einer Dauer von zwei Jahren. Zum Lernstoff zählen neben der Geburtshilfe und Grundlagen zur Anatomie und Physiologie auch allgemeinbildende Inhalte aus den Bereichen Mathematik, Englisch und Erste Hilfe.

Wichtiger Bestandteil des Programms ist die Kooperation mit örtlichen Krankenhäusern und traditionellen Hebammen. So können die Beteiligten gegenseitig ihr Wissen austauschen. Darüber hinaus sammeln die Schülerinnen während längerer Praktikumsphasen wichtige Erfahrungen, zum Beispiel im rund 100 km entfernten Bezirkskrankenhaus, dem Kakuma Mission Hospital.

Die Schule benötigt finanzielle Unterstützung beim Kauf von Materialien und Arbeitskleidung, bei der Beherbergung und Verpflegung der angehenden Hebammen sowie beim Bau und der Unterhaltung von Unterrichtsräumen. Sollte sich die Lage im Südsudan beruhigen, streben die Projektverantwortlichen die Rückkehr nach Leer an. Aktuell nehmen 32 neue Schülerinnen aus dem Südsudan an der Hebammenausbildung teil.

Fördern Sie dieses Projekt mit Ihrer Spende!

Spendenkonto:
Basler Mission - Deutscher Zweig
Evangelische Bank eG
IBAN: DE91520604100000001180
BIC: GENODEF1EK1

Downloads und Linksmehrschließen