Südsudan: Hebammenschule

Die Mütter- und Kindersterblichkeitsraten im Südsudan sind extrem hoch. Eine gezielte Qualifizierung von jungen Frauen als Hebammen rettet Leben und schafft Arbeitsplätze.

Laut UNICEF sterben im Südsudan täglich 16 Frauen an Komplikationen, die mit einer Schwangerschaft in Zusammenhang stehen. Auf 1.000 Neugeborene kommen 70 Kinder, die vor oder während der Geburt sterben. Die Entwicklungsabteilung der Presbyterianischen Kirche im Südsudan geht gegen die hohe Kinder- und Müttersterblichkeitsrate vor und bildet in ihrer Hebammenschule Geburtshelferinnen aus. Pro Jahrgang nehmen rund 20 Frauen aus den verschiedenen Bundesstaaten des Landes an der Ausbildung teil. Danach kehren sie in der Regel in ihre Heimatregionen zurück. Als staatlich anerkannte Hebammen behandeln sie Frauen und Kinder vor Ort und geben ihr Wissen zu Themen wie Hygiene und Gesundheitsvorsorge weiter. So profitieren langfristig nicht nur schwangere Frauen, sondern die gesamte Bevölkerung.

Drei Jahre Ausbildung – Lebenslange Hilfe

Nachdem die 2005 gegründete Hebammenschule in Leer am Oberen Nil während des Bürgerkrieges 2014 zerstört wurde, zog die Schule ins nordkenianische Lokichoggio um. Dort absolvieren die Frauen ein staatlich anerkanntes Programm mit einer Dauer von drei Jahren. In dieser Zeit lernen die angehenden Hebammen alles, um Frauen während der Schwangerschaft und Geburt zu begleiten, Problemen vorzubeugen und Komplikationen zu behandeln. Zum Lerninhalt zählen neben der Geburtshilfe auch allgemeinbildende Inhalte aus den Bereichen Mathematik, Englisch und Erste Hilfe. Ein wichtiger Bestandteil des Programms ist die Kooperation mit örtlichen Krankenhäusern und traditionellen Hebammen. Während eines dreimonatigen Praktikums können die Schülerinnen ihr Wissen in der Praxis anwenden und sich mit anderen Geburtshelferinnen austauschen.

Insgesamt haben bereits 107 Frauen die Ausbildung zur Hebamme erfolgreich abgeschlossen und betreuen jedes Jahr geschätzte 17.000 bis 25.000 Geburten im Südsudan. Einige Hebammen haben sich darüber hinaus dazu entschlossen, weiter zu studieren, andere arbeiten für internationale Organisationen wie das Rote Kreuz oder Ärzte ohne Grenzen.

Die Mütter- und Kindersterblichkeitsrate im Südsudan senken – das ist das Ziel der Hebammenausbildung. Helfen Sie mit!

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