Theologische Orientierung

Gemeinsames Zeugnis

1. Wir sind auf dem Weg zu einer internationalen, ökumenischen Gemeinschaft von Kirchen und Missionsgesellschaften, in der wir unsere Hoffnung auf das Reich Gottes miteinander teilen.

2. Mission ist zuerst Gottes Zuwendung zur Welt, in der Schöpfung, in der Geschichte mit den Menschen, in Jesus Christus und in der Kraft des Geistes. Unser Zeugnis ist Antwort und Beteiligung an Gottes leidenschaftlich–mitleidender und verwandelnder Liebe.

3. Die Mitte unseres Glaubens ist die Gute Nachricht vom Heil, von der Fülle des Lebens, von der Überwindung des Todes in Jesus Christus. Mit dem Namen Jesu Christi verbinden sich Erlösung, Befreiung, Versöhnung, Heilung, Gerechtigkeit, Frieden und Hoffnung.

4. Das Evangelium gilt allen Dimensionen des Lebens. Unser Zeugnis ist deshalb ganzheitlich. Verkündigung des Evangeliums, Gottesdienst und Gebet, Seelsorge, Religionspädagogik, Diakonie sowie der Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden, Versöhnung und die Bewahrung der Schöpfung gehören unlösbar zusammen.

5. Unser Zeugnis ist getragen von der Leidenschaft für das Evangelium und von der Achtsamkeit gegenüber Gottes guter Schöpfung, insbesondere gegenüber allen verwundbaren und gefährdeten Geschöpfen.

6. Wir bezeugen das Evangelium von Jesus Christus am jeweiligen Ort auf einladende und glaubwürdige Weise. Die Erfahrung von Fremdheit in der Begegnung und im Austausch über Grenzen hinweg hilft uns, das Evangelium in neuer Weise zu entdecken.

7. In verbindlicher Partnerschaft gehören wir zusammen. Die Vielstimmigkeit und Vielfalt unseres Zeugnisses in unterschiedlichen Kontexten ist ein Reichtum und zugleich eine bleibende, wechselseitige Herausforderung.

8. Unser Zeugnis lebt von Zeichen lebendiger Solidarität. In heilender und versöhnender Gemeinschaft teilen wir das Leben, teilen auch das Leiden. Wir setzen uns ein für Menschenrechte, ebenso für eine gerechte Gemeinschaft von Frauen und Männern und unter allen Generationen.

9. In unserem Zeugnis begegnen wir, mutig und demütig zugleich, Menschen anderer religiöser Überzeugungen und Weltanschauungen mit Achtung, Respekt und Einfühlungsvermögen, mit der Bereitschaft zuzuhören und als gute Nachbarn zusammenzuleben.

10.  Als ein „Forum für gelebte Ökumene” dient unsere Gemeinschaft dazu, dass wir in unserem Zeugnis über Grenzen hinweg voneinander lernen, dass wir einander ermutigen, und dass wir uns wechselseitig herausfordern.

Fassung beschlossen vom EMS–Missionsrat am 2. Juli 2003, Chennai, Indien