11. 08. 2017

Schneckentempo Sommer-Jugendfreizeit für Leben und Frieden

Dieses Jahr fand das Schneckentempo-Jungedcamp gleich zweimal statt

Vom 31.07-09.08. fand die diesjährige Schneckentempo Sommer-Jugendfreizeit für Leben und Frieden in Jinan (Nord-Jeolla Provinz statt). Da das Haus nur etwa 80 Personen Platz bietet, wurde die Jugendfreizeit in zwei aufeinander folgenden Wochen jeweils von Montag bis Mittwoch angeboten, um insgesamt über 100 Jugendlichen aus kleinen Gemeinden die Möglichkeit zu geben, daran teilzunehmen. Für mich bedeutete das allerdings, gleich zweimal jeweils einen Tag An- und Abreise einzuplanen. Denn obwohl Korea gat nicht so groß ist, die Verbindung zwischen den Provinzen Jeolla und Kyungsan ist aus historischen Gründen sehr schlecht. Also fuhr ich jeweils nach dem Sonntagsgottesdienst los, um zum Abendessen in Jinan zu sein.

Am Montagmorgen fuhren wir dann zu der Schule, in deren Räumen die Freizeit stattfand, um alles vorzubereiten. Das Programm ist ausgelegt für Gemeinden mit Jugendgruppen von unter 10 Jugendlichen, die es auch dieses Mal sichtlich genossen, in der größeren Gruppe Gleichaltriger die Sommerfreizeit zu verbringen. Allerdeings verlangte das diesjährige Thema GMO (genetisch veränderte Organsimen) den Jugendlichen einiges ab.

Nach dem Eröffnungsgottesdienst und einigen Kennenlernspielen, ging es auch schon in die erste Themeneinheit. Mit dem Handbuch und ihren Smartphones sollten die jungen Leute pro und contra Argumente zur Gentechnik erarbeiten, zentrale Fragen wurden herausgestellt und eine eigene Position entwickelt. Wir sprachen über Bio-Ethik, Patente auf Leben, Kennzeichnungspflicht, die Monopolstellung großer Agrarfirmen, den Nutzen und Schaden der einfachen Farmer und unsere eigene Verantwortung in diesem Netz. Am letzten Morgen gipfelte die Themenarbeit in einer Podiumsdiskussion. Ich war ehrlich gesagt, etwas geschockt, wie wenig kritisch die Jugendlichen das Thema nach 3 Tagen intensiver Auseinandersetzung betrachteten. Aber das ist ja der Sinn einer eigenen Meinung, diese vertreten und begründen zu können.

Neben der Arbeit sollte natürlich auch das Vergnügen nicht zu kurz kommen und so gab es einen Nachmittag mit Wasserspielen, einen bunten Abend, es wurde gemeinsam gekocht und der Film "Okja" gezeigt. Der Abschlussgottesdienst fand im Protestcamp vor den GMO Versuchsfeldern in Jeonju statt. Alles in allem ein sehr buntes Programm, das auch von den Jugendlichen gut angenommen wurde.

Und hier noch der Link zu einem Video zum Reinschnuppern. Viel Spaß!