Donnerstag, 03. September 2026

„Die beste Zeit meines Lebens“: Freiwillige des Jahrgangs 2025 sind zurück

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Zehn junge Menschen haben ihren Freiwilligendienst im Nord-Süd-Austausch abgeschlossen. Sie waren in Indonesien, Indien, Ghana, Japan und Jordanien im Einsatz. Bei ihrem Rückkehrseminar in Stuttgart haben sie ihre Erfahrungen geteilt und ihre Teilnahmezertifikate erhalten.

Ein Jahr voller Begegnungen und prägender Momente liegt hinter den Freiwilligen des Jahrgangs 2025 im Ökumenischen Freiwilligenprogramm der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS). Vom 22. bis 29. August kamen die zehn jungen Menschen – gemeinsam mit vier weiteren Freiwilligen aus anderen Programmen – in der Jugendherberge Stuttgart zu ihrem Rückkehrseminar zusammen. Eine Woche lang blickten sie zurück, ordneten das Erlebte ein und nahmen zum Abschluss ihre Teilnahmezertifikate entgegen.

Die größte Gruppe war in Indonesien im Einsatz: Aya und Cedric in Tobelo, Hannes in Singaraja und Jona in Blimbingsari. Barbara arbeitete an einer Schule im indischen Madurai, Mirjam auf der Kinderstation eines Krankenhauses im ghanaischen Agogo und Smilla an einem Landwirtschaftszentrum in Japan.

Was von einem Jahr im Ausland bleibt

Ein solches Jahr im Ausland verändert den Blick auf die Welt und auf sich selbst – das wird in den Geschichten der Rückkehrer*innen greifbar. „Ich nehme mit, dass unsere Erde viel kleiner ist, als ich erwartet hätte", sagt Cedric. „Ich habe so viele Gemeinsamkeiten zwischen den Menschen in Indonesien und mir gefunden – am Ende sind unsere Ziele im Leben fast gleich."

Hannes erinnert sich an den Moment, in dem ihm klar wurde, was seine Arbeit bedeutet: „Eines meiner prägendsten Erlebnisse war, als mich Kinder in den Ferien nach Hause eingeladen haben und ich ihre Familien kennenlernen durfte. Da habe ich gemerkt, wie stark die Bindung inzwischen war." Auch ihn selbst hat das Jahr verändert: „Ich bin bodenständiger geworden und dankbarer für die Privilegien, die ich in Deutschland habe – und entspannter, weil ich die Dinge auf mich zukommen lassen kann." Sein Fazit ist eindeutig: „Ich hatte Zweifel und war nervös. Aber es war die richtige Entscheidung – und mit die beste Zeit meines Lebens."

Für Mirjam ist ein Ereignis aus ihrer gesamten Zeit in Ghana besonders unvergesslich: „Mein schönstes Erlebnis war die Hochzeit eines guten Freundes, bei der wir als Chor singen durften. Mein Twi war noch nicht perfekt, aber das war egal, ich durfte einfach mitsingen.“  Aus dem Jahr nimmt sie vor allem eines mit: „Ich habe Erfahrungen gemacht, die mir niemand mehr nehmen kann. Und ich habe Freunde gefunden, die zu einer Art Familie geworden sind. Freunde fürs Leben.“

Ein abrupter Abschied aus Jordanien

Nicht für alle verlief das Jahr wie geplant. Jeremias, Margarete und Rania befanden sich in Jordanien, als die Eskalation im Nahen Osten Ende Februar dazu führte, dass das Auswärtige Amt eine Reisewarnung aussprach. Um die Sicherheit der Freiwilligen zu gewährleisten, orientiert sich das weltwärts-Programm, das Förderprogramm des Bundes für entwicklungspolitische Freiwilligendienste, an diesen Reisewarnungen – für die drei endete der Dienst deshalb früher als geplant. „Ich war sehr traurig, meinen Freiwilligendienst so plötzlich beenden zu müssen”, schreibt Margarete in ihrem Blog. Sie arbeitete an einer Schule für gehörlose und taubblinde Kinder. „Und es war schwierig zu wissen, dass ich einfach nach Deutschland gehen kann, während die Menschen dort diese Wahl nicht haben.“ Zugleich überwiegt bei ihr die Dankbarkeit – für die Monate vor Ort und die herzliche Aufnahme.

 Erfahrungen, die bleiben

„Diese zehn jungen Menschen haben erlebt, was kein Lehrbuch vermitteln kann: wie es ist, in einer anderen Kultur nicht Gast zu sein, sondern Teil des Alltags", sagt Kathrin Lehrbach, Koordinatorin des Nord-Süd-Austauschs. „Manches war wunderschön, manches schwer – aber alle haben etwas mitgebracht, das bleibt."

Jetzt für das kommende Jahr bewerben

Du möchtest selbst einen Freiwilligendienst im Ausland machen? Bewirb dich bis zum 31. Oktober für den nächsten Jahrgang – alle Infos und das Bewerbungsformular findest du auf ems-volunteers.org.

Über das Ökumenische Freiwilligenprogramm der EMS

Im Ökumenischen Freiwilligenprogramm engagieren sich junge Erwachsene zwischen 18 und 28 Jahren für neun bis zwölf Monate in sozialen, entwicklungspolitischen oder kirchlichen Projekten – im Ausland oder in Deutschland. Hinter dem Programm steht die EMS, ein internationales Netzwerk von Kirchen und Organisationen in Afrika, Asien, Europa und dem Nahen Osten. Neben dem Nord-Süd-Austausch gehört auch der Süd-Nord-Austausch zum Programm, bei dem Freiwillige aus den Partnerländern ihren Dienst in Deutschland leisten. Gefördert wird der Freiwilligendienst über das entwicklungspolitische Programm weltwärts des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).