Donnerstag, 24. September 2026

Ein Gottesdienst geht um die Welt

EMS-Sonntag 2026: Gemeinsam Hoffnung teilen

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Rund um den 20. September 2026 feierten Gemeinden in den EMS-Mitgliedskirchen erstmals den EMS-Sonntag. Unter dem Motto „Ambassadors of Hope – Hoffnung teilen“ setzten sie ein gemeinsames Zeichen: Gerade in Zeiten globaler Krisen braucht die Welt Hoffnung, Versöhnung und gelebte Solidarität. Gottesdienste fanden unter anderem im Nahen Osten, in Indonesien, Indien, Südafrika und Deutschland statt.

Der EMS-Sonntag machte deutlich, was Christinnen und Christen über Kontinente hinweg verbindet: die gemeinsame Berufung, Gottes Hoffnung in einer verletzten und zerrissenen Welt erfahrbar werden zu lassen. Zugleich erinnerte er an die Gründung der EMS am 16. September 1972, damals noch unter dem Namen „Evangelisches Missionswerk in Südwestdeutschland“. Auch in der Stuttgarter Hospitalkirche, dem Gründungsort der EMS, kamen Gemeinde, Mitarbeitende der EMS und ökumenische Gäste unter der Leitung von Pfarrer Benedikt Jetter zu einem Gottesdienst zusammen.  

„Acht Stunden vor uns haben Christinnen und Christen in Korea Gottesdienst gefeiert, ebenso in Japan und wenig später in Indonesien“, sagte EMS-Generalsekretär Dr. Dieter Heidtmann in der Hospitalkirche. „Drei bis vier Stunden vor uns versammelten sich Gläubige in Indien. Und während wir hier Gottesdienst feiern, feiern zeitgleich Menschen im Libanon, in Jordanien, im Heiligen Land, in Ghana und Südafrika. Heute zieht sich ein Gottesdienst einmal um die ganze Erde. Ich denke, das ist genau das, was die weltweite EMS-Gemeinschaft so besonders macht.“

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Hoffnung, die Grenzen überwindet 

An diese ökumenische Perspektive knüpfte auch Gastredner Pfarrer Dr. Packiam Samuel an. Er berichtete im Gottesdienst von seiner Arbeit als Direktor des Henry Martyn Institute (HMI) in Hyderabad, Indien. Das HMI ist ein internationales Zentrum für Forschung, interreligiösen Dialog und Versöhnungsarbeit. Zugleich engagiert es sich mit zahlreichen Projekten für arme und benachteiligte Menschen, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Die EMS ist dem Institut seit vielen Jahren verbunden und bietet gemeinsam mit ihm ein sechsmonatiges interkulturelles Studienprogramm in Hyderabad an. 

Die Liturgie für den EMS-Sonntag 2026 entstand in Zusammenarbeit mit der Presbyterianischen Kirche von Korea (PCK) und der Presbyterianischen Kirche in der Republik Korea (PROK). Sie brachte Impulse aus den reichen gottesdienstlichen Traditionen Koreas in die weltweite Gemeinschaft ein. Diese griff auch Pfarrer Jetter in seiner Predigt auf. Er zitierte ein koreanisches Lied mit der Frage: „Worauf setzt du deine Hoffnung in dieser leidvollen Welt?“ Die koreanische Gesellschaft, so Jetter, trage bis heute tiefe Wunden. Die beiden koreanischen EMS-Mitgliedskirchen PROK und PCK engagierten sich für Heilung und Versöhnung, indem sie sich für soziale Gerechtigkeit, Frieden und die Wiederannäherung der beiden koreanischen Staaten einsetzen.

Hoffnung auf die Straße tragen 

Auch in Pforzheim (Evangelische Landeskirche in Baden) wurde der EMS-Sonntag gefeiert: In der Christuskirche im Stadtteil Brötzingen fand ein Gottesdienst statt, an den sich ein Stehcafé mit asiatischen Spezialitäten anschloss. Die Christuskirche liegt in einem kulturell vielfältig geprägten Stadtteil Pforzheims und hat sich zu einem Ort entwickelt, an dem Menschen aus aller Welt willkommen sind, darunter auch Geflüchtete aus der Ukraine und Syrien. 

Der Gottesdienst wurde von Gemeindepfarrer Dr. Stephen Lakkis und Pfarrerin Eleanor McCormick, Leiterin der Abteilung Programme und Netzwerke bei der EMS, gemeinsam gestaltet. Wie in Stuttgart setzten Elemente aus der koreanischen Liturgie ökumenische Akzente – etwa durch einen Gongschlag, mit dem der Gottesdienst eröffnet wurde. Und auch in Pforzheim stand das Thema „Hoffnung teilen“ im Mittelpunkt: „Wenn ich über Hoffnung nachdenke, dann denke ich daran, wie Christus uns auffordert, unsere Hoffnung auf die Straße zu tragen“, sagte Pfarrerin McCormick in ihrer Predigt. „Wir sind aufgerufen, mit bemerkenswerter Liebe, Mut und Kreativität Botschafterinnen und Botschafter der Hoffnung zu sein und eine ansteckende Hoffnung weiterzugeben, die sich immer wieder neu verbreitet, während wir bezeugen, dass die Liebe Christi in und durch die Welt wirkt.“