Montag, 30. September 2024
Ein Jahr nach dem 7. Oktober 2023
EMS unterstützt Kirchen in Nahost
In wenigen Tagen jähren sich der Terrorüberfall auf Israel vom 7. Oktober 2023 und der daraus folgende, weiterhin andauernde Gazakrieg zum ersten Mal. Mittlerweile hat sich die Gewalt zu einem Flächenbrand ausgeweitet, der sich über Israel, Palästina und den Libanon erstreckt. Vor dem Hintergrund unzähliger ermordeter, verwundeter, vergewaltigter, entführter, vertriebener, obdachloser und tief traumatisierter Menschen steht die internationale EMS-Gemeinschaft solidarisch an der Seite ihrer Mitglieder in Nahost, die sich mitten in allen Zerstörungen um eine Kultur des Friedens bemühen.
In Gaza tut das anglikanische Ahli Arab Hospital der Episcopal Diocese of Jerusalem weiterhin seinen Dienst an den Verwundeten und Kranken der Stadt. Auch nach Beschädigung des Gebäudes in Folge der Kriegshandlungen und zeitweiliger Schließung durch das israelische Militär wurde die medizinische Versorgung hier immer wieder aufgenommen. Vor einigen Wochen konnte gar ein neues Chemotherapie-Zentrum in dem Krankenhaus eröffnet werden. Darüber hinaus beschäftigt auch das ebenfalls anglikanische Princess Basma Rehabilitationszentrum aus Jerusalem einige Mitarbeitende in Gaza, um Kriegsopfer zu versorgen.
Die Nationale Evangelische Kirche von Beirut (NECB) versucht, so gut es geht, ihre Schule in Kafrshima am südlichen Stadtrand von Beirut zu schützen – während nicht weit entfernt in der sog. „Dahiye“ israelische Raketen einschlagen. Das Gebäude der Schule wurde erst kürzlich – auch dank großzügiger Unterstützung durch die Evangelische Landeskirche in Württemberg – energetisch saniert und mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Schon bald sollen hier wieder junge Leute ausgebildet und befähigt werden, an einer besseren Zukunft des Libanon zu bauen.
Gemeinsam für Frieden und Bildung: Hoffnung inmitten der Krisen
Die Johann Ludwig Schneller-Schule (JLSS) in der libanesischen Bekaa-Ebene, die sich ebenfalls in der Trägerschaft der NECB befindet, tut weiterhin ihren Dienst an christlichen, muslimischen und drusischen Kindern vom Rande der Gesellschaft, aus bitterarmen und zerbrochenen Familien, sowie Waisen und Halbwaisen. Das Internat der Einrichtung, in dem die Kinder gemeinsam aufwachsen, war bereits zum Ende des vergangenen Schuljahres weit über seine Kapazität hinaus belegt. Mit dem Beginn des neues Schuljahres (Ende September) sah es zunächst so aus, als würden diese Zahlen noch einmal übertroffen: Die Familien hoffen, dass ihre Kinder hier sicher und geschützt aufwachsen – obwohl es in nächster Nähe ebenfalls zu heftigen Kriegshandlungen kommt. Aufgrund der militärischen Eskalation seit dem 27. September hat das libanesische Erziehungsministerium jedoch angeordnet, dass alle Bildungseinrichtungen ihren Betrieb bis einschließlich 7. Oktober einstellen.
An der Near East School of Theology (NEST) in Beirut, an die die EMS in friedlicheren Zeiten immer einige Studierende entsandt hat, wird weiterhin der pastorale Nachwuchs der evangelischen Kirchen in der Region ausgebildet. Der neue Hochschulpräsident, Dr. Martin Accad, plant, die Einrichtung zum Zentrum einer Öffentlichen Theologie und des Dialoges inmitten einer von zahlreichen Spannungslinien durchzogenen Stadt auszubauen.
Wir sind dankbar für dieses Engagement – gerade vor dem Hintergrund, dass die EMS-Mitglieder in Nahost selbst von den politischen, wirtschaftlichen und humanitären Mehrfachkrisen betroffen und oftmals am Ende ihrer Kräfte sind. Nicht selten haben wir Grund zu großer Sorge um das Wohlergehen unserer Mitglieder.
Als EMS-Gemeinschaft unterstützen wir diejenigen, die sich in der Region für einen sofortigen Waffenstillstand, Verhandlungen, Freilassung der Entführten und umfassende Deeskalation einsetzen. Wir anerkennen und benennen konkret das Leiden aller unschuldigen Opfer seit dem 7. Oktober 2023 – ganz gleich, ob es vergewaltige Frauen, Entführte oder durch Krieg, Terror und politische Willkür Traumatisierte, Verwundete und Vertriebene sind. Das Leiden der Einen kann das Leiden der Anderen nicht aufwiegen oder ungeschehen machen.
Mit Ihrer Spende geben Sie benachteiligten Kindern im Libanon eine Chance auf Bildung und unterstützen den Friedensprozess in dieser Region.
Unterstützung für den Frieden in Nahost
Wir hoffen, beten und treten ein für eine dauerhafte Konfliktlösung. Am Ende werden alle weiterhin in dem schmalen Streifen zwischen Mittelmeer und Jordan bzw. Mittelmeer und Antilibanon leben: Palästinenser, Israelis und Libanesen; Juden, Christen und Muslime. Gemeinsam halten wir die Hoffnung wach, dass es ein Leben in Frieden, in Würde und in garantierter, guter staatlicher und zwischenstaatlicher Ordnung sein wird.
In dieser Zeit der Krise brauchen unsere Partner in Nahost mehr denn je unsere Unterstützung. Besonders die Johann Ludwig Schneller-Schule (JLSS) steht vor enormen Herausforderungen: Sie bietet Kindern aus benachteiligten und zerrütteten Verhältnissen – unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit – einen sicheren Ort zum Leben und Lernen. Gerade das gemeinsame Lernen von christlichen, muslimischen und drusischen Kindern ist ein unschätzbarer Beitrag zum zukünftigen Frieden. Mit Ihrer Spende können wir die JLSS direkt unterstützen und damit diese wertvolle Arbeit fortsetzen. Lassen Sie uns gemeinsam ein Zeichen der Solidarität setzen und Hoffnung schenken.
Spenden Sie jetzt! Jeder Euro hilft, den Kindern einen Ort des Friedens und der Bildung zu erhalten. Vielen Dank für Ihre großzügige Unterstützung!
Spendenkonto:
Evangelischer Verein für die Schneller-Schulen
Evangelische Bank
IBAN: DE59 5206 0410 0000 4074 10
BIC: GENODEF1EK1
Verwendungszweck: JLSS in Not
Danke für alle Gebete und guten Gaben sowie Friedens- und Segenswünsche.
Dr. Uwe Gräbe
Fachbereichsleiter Nahost, Geschäftsführer EVS
+49 711 636 78 -37