Donnerstag, 29. Oktober 2026

EMS-Frauennetzwerk stärkt globales Engagement für Gendergerechtigkeit

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Das Internationale Frauennetzwerk (International Women’s Network, IWN) der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS) tagte vom 20. bis 23. Oktober 2026 in Kapstadt, Südafrika. Das Treffen war geprägt von intensiven Beratungen, strategischer Planung und einem erneuerten Bekenntnis zu Gerechtigkeit und Gleichstellung. Gastgeberin war die Evangelische Brüder-Unität in Südafrika (MCSA). 

Frauen in Leitungspositionen aus EMS-Mitgliedskirchen in Afrika, Asien und dem Nahen Osten kamen zusammen, um gemeinsame Perspektiven und Handlungsschritte zu entwickeln. 

Im Mittelpunkt der Beratungen standen zwei zentrale Anliegen: die stärkere Beteiligung aller EMS-Mitgliedskirchen und Missionswerke im Netzwerk sowie die Entwicklung gemeinsamer Antworten auf genderspezifische Gewalt und Femizide (GBVF) in unterschiedlichen lokalen Kontexten. 

„Die intensiven Gespräche und die persönlichen Erfahrungsberichte der vergangenen Woche waren gleichermaßen aufschlussreich wie bestärkend“, sagte Pfarrerin Eleanor McCormick, Leiterin der Abteilung Programme und Netzwerke der EMS. „Das Treffen hat unser Netzwerk enger zusammengeführt und zugleich unseren Blick dafür geweitet, was möglich ist, wenn wir uns gegenseitig unterstützen.“ 

Die Teilnehmerinnen befassten sich mit der künftigen Ausrichtung des Netzwerks und seinem Beitrag innerhalb der EMS und darüber hinaus. Eine zentrale Leitfrage bestimmte die Gespräche: Was wollen wir mit unserer Arbeit bis 2031 innerhalb der EMS und in der Welt bewirken? 

Besondere Aufmerksamkeit galt der generationenübergreifenden Leitung und der Förderung künftiger Führungspersönlichkeiten. Pfarrerin Dr. Lidya Tandirerung vom Regionalforum der indonesischen EMS-Mitgliedskirchen betonte die Bedeutung von Kontinuität im Netzwerk: „Gemeinsam mit dem IWN teile ich die Vision, diese globale Bewegung zu stärken und die Verantwortung von einer Generation an die nächste weiterzugeben.“ 

Von lokalen Erfahrungen lernen 

Das Treffen begann mit einem Besuch des Thuthuzela-Zentrums am Bremer Hospital in Kapstadt. Der Name des Zentrums bedeutet „Trost“ auf isiXhosa. Die Einrichtung bietet umfassende Unterstützung für Überlebende von Vergewaltigung und sexueller Gewalt, darunter auch Kinder. 

In ausführlichen Gesprächen mit Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften sowie Beraterinnen und Beratern erhielten die Teilnehmerinnen einen vertieften Einblick in die Realität genderspezifischer Gewalt und von Femiziden in Südafrika. Der Besuch machte sowohl das Ausmaß der Krise als auch die entscheidende Bedeutung einer konsequent an den Bedürfnissen der Betroffenen orientierten Unterstützung deutlich. 

„Dr. Genine Josias und ihr Team arbeiten mit bemerkenswerter Hingabe und Mitgefühl daran, sicherzustellen, dass Betroffene nicht durch das Gesundheitssystem oder den Kontakt mit Strafverfolgungsbehörden erneut traumatisiert werden“, sagte Buyiswa Sambane von der MCSA. 

Ausgehend von diesen Eindrücken berichteten die Teilnehmerinnen von Erfahrungen aus ihren jeweiligen kirchlichen Kontexten und identifizierten gemeinsame Herausforderungen bei der Bekämpfung genderspezifischer Gewalt sowie bei der Förderung von Gendergerechtigkeit innerhalb der EMS-Gemeinschaft. 

Brücken zwischen unterschiedlichen Kontexten bauen 

Obwohl die Teilnehmerinnen aus sehr unterschiedlichen kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhängen kamen, betonten sie die gemeinsamen Anliegen und Hoffnungen, die Frauen in der weltweiten Kirche verbinden. 

„Dieses Treffen hat uns herausgefordert, darüber nachzudenken, wer wir sein wollen und welche Wirkung wir erzielen möchten“, sagte Anda Nkosi von der MCSA. „Es hat unsere Rolle als Brückenbauerinnen bestätigt: Wir verbinden Frauen innerhalb unserer weltweiten Gemeinschaft, verschaffen ihren Stimmen Gehör und verwandeln Solidarität in konkretes Handeln.“ 

Neben den Arbeitseinheiten bot das Treffen Raum für Gottesdienste, Musik, persönliche Berichte und gemeinsames Feiern. Ein besonderer Höhepunkt war die Würdigung von Pfarrerin Rebecca Abladey von der Presbyterianische Kirche von Ghana für ihr zwanzigjähriges Engagement im Internationalen Frauennetzwerk der EMS. Ihr Weg im Netzwerk begann mit dem IWN-Treffen 2006 in Deutschland. 

Ausblick 

Als unmittelbares Ergebnis des Treffens in Kapstadt wird das Internationale Frauennetzwerk einen Katalog von Empfehlungen erarbeiten, der der EMS-Vollversammlung im November vorgelegt werden soll. 

Über das Internationale Frauennetzwerk 

Das Internationale Frauennetzwerk der EMS umfasst derzeit acht aktive Vertreterinnen aus EMS-Mitgliedskirchen: 

- Nonhlanhla Anda Nkosi (Evangelische Brüder-Unität in Südafrika) 
- Pfarrerin Rebecca F. A. Abladey (Presbyterianische Kirche von Ghana) 
- Dr. J. Jasmine Alley (Kirche von Südindien) 
- Buyiswa M. Sambane (Evangelische Brüder-Unität in Südafrika) 
- Pfarrerin Dr. Lidya K. Tandirerung (Regionalforum der indonesischen Mitgliedskirchen) 
- Shoko Yamagami (Vereinigte Kirche Christi in Japan) 
- C. D. Bharathi Isaac (Kirche von Südindien) 
- Pfarrerin Dr. Rima Nasrallah (Nationale Evangelische Kirche in Beirut, Libanon)