Mittwoch, 06. Mai 2026
EMS Generalsekretär fordert Neuausrichtung der Beziehungen Deutschlands zum globalen Süden
Bei einer Veranstaltung in Karlsruhe mit Vertreter*innen der Politik, der Kirche und des Rechts hat Dr. Dieter Heidtmann, Generalsekretär der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS), deutliche Kritik an den geplanten Kürzungen der Entwicklungszusammenarbeit im Haushaltsentwurf der Bundesregierung geübt.
Heidtmann kritisierte die zunehmende Verengung der Entwicklungspolitik auf das Eigeninteresse Deutschlands.
Notwendig wäre für Heidtmann stattdessen eine Entwicklungspolitik, die sich am Gemeinwohl aller orientiert. „Die sogenannten „Win-Win“-Strategien der deutschen Entwicklungspolitik folgen in vielen Fällen immer noch einem kolonial geprägten Entwicklungsmodell, bei dem der eine Partner weiß, was für die Entwicklung des anderen gut ist.“
Der EMS-Generalsekretär fordert stattdessen eine Stärkung der internationalen Organisationen und mehr Engagement der Bundesregierung für die Wiederherstellung internationaler Rechtsordnungen. „Es dient den deutschen Interessen am meisten, wenn wir in Systeme einer gleichberechtigten, internationalen Zusammenarbeit investieren, die nicht nur das Wohlergehen der eigenen Nation, sondern der ganzen Weltgemeinschaft im Blick haben.“