Donnerstag, 30. Juli 2026
EMS unterstützt 13 Projekte zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt weltweit
Die Evangelische Mission in Solidarität (EMS) hat 13 Projekte und Programme zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt bewilligt und unterstützt deren Umsetzung mit insgesamt 110.000 Euro.
„Unser gemeinsamer Einsatz für Gendergerechtigkeit und gegen geschlechtsspezifische Gewalt geht unvermindert weiter“, sagt Pfarrerin Eleanor McCormick, Leiterin der Abteilung Programme und Netzwerke bei der EMS. „Die ausgewählten Projekte werden dieses Engagement in den kommenden zwölf Monaten erheblich stärken und an die Arbeit sowie die Interessenvertretung des Internationalen Frauennetzwerks der EMS in den vergangenen Jahren anknüpfen.“
Vielfältige Ansätze zur Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt
Die geförderten Initiativen spiegeln die unterschiedlichen Lebensrealitäten wider, in denen EMS-Mitgliedskirchen, Vereine und Partnerorganisationen tätig sind. Sie begegnen geschlechtsspezifischer Gewalt durch theologische Bildung, Inklusion von Menschen mit Behinderungen, Führungskräfteentwicklung, Gemeindearbeit sowie glaubensbasierte Präventionsstrategien.
Ausbildung zukünftiger Kirchenleitungen in Indonesien
Eines der ausgewählten Projekte wird vom Seminar für Theologie und Philosophie Ostindonesiens in Makassar (Sekolah Tinggi Filsafat Theologia Indonesia Timur Makassar, STFT INTIM Makassar) umgesetzt. Eine große Zahl von EMS-Mitgliedskirchen hat Studierende, die an dieser Institution studieren und ausgebildet werden. Dies gibt Anlass zu großer Hoffnung auf ihre zukünftige Wirkung und ihren langfristigen Einfluss.
Das Projekt vermittelt Theologiestudierenden und angehenden kirchlichen Führungskräften theologisches, ethisches und praktisches Wissen, um die Gendergerechtigkeit in indonesischen Kirchen zu stärken sowie geschlechtsspezifische Gewalt in ihren Gemeinschaften anzusprechen und zu verhindern.
Das Projekt vermittelt Theologiestudierenden und angehenden kirchlichen Führungskräften theologisches, ethisches und praktisches Wissen, um die Gendergerechtigkeit in indonesischen Kirchen zu stärken sowie geschlechtsspezifische Gewalt in ihren Gemeinschaften anzusprechen und zu verhindern.
Förderung von Sicherheit und Inklusion für gehörlose Schülerinnen und Schüler in Jordanien
In Jordanien widmet sich das Holy Land Institute for the Deaf (HLID) den sich überschneidenden Herausforderungen von Geschlecht, Behinderung und Alter.
Gehörlose Schülerinnen und Schüler sind häufig erhöhten Risiken ausgesetzt, da Kommunikationsbarrieren, gesellschaftliche Stigmatisierung von Behinderungen und ein eingeschränkter Zugang zu Informationen in jordanischer Gebärdensprache bestehen. Mädchen mit Behinderungen sind besonders gefährdet, da sie sowohl geschlechtsspezifische Diskriminierung als auch Ausgrenzung aufgrund ihrer Behinderung erfahren können.
Da ein sicheres Schulumfeld die Beteiligung aller Schülerinnen und Schüler erfordert, bezieht das Projekt auch hörende Jugendliche ein, um Respekt, Inklusion und Geschlechtergleichstellung zu fördern. Durch barrierefreie Bildungsangebote in Gebärdensprache erwerben gehörlose Schülerinnen und Schüler Wissen über geschlechtsspezifische Gewalt, persönliche Sicherheit und ihre Rechte.
Darüber hinaus soll die Initiative ihr Selbstvertrauen sowie ihre praktischen Fähigkeiten stärken, unsichere Situationen zu erkennen, persönliche Grenzen zu setzen, bei Bedarf Unterstützung zu suchen und zu einer Schulkultur beizutragen, die von gegenseitigem Respekt und sicheren Meldestrukturen geprägt ist.
Glaubensgemeinschaften in die Präventionsarbeit einbeziehen
Während Frauen und Mädchen nach wie vor überproportional von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind, werden auch Männer und Jungen durch gesellschaftliche Normen geprägt, die oft schädliche Männlichkeitsbilder fördern, den offen Ausdruck von Emotionen erschweren und das Schweigen über Gewalt begünstigen. Gleichzeitig können sie als Betroffene, Verbündete, Beobachtende und Akteure positiven Wandels eine wichtige Rolle spielen.
Mehrere der geförderten Projekte konzentrieren sich daher auf Präventionsarbeit und die Veränderung schädlicher gesellschaftlicher sowie religiös geprägter Normen. Dazu gehört eine Initiative der Herrnhuter Missionshilfe (HMH), die Kirchen als vertrauenswürdige Institutionen stützt, die spirituelle Orientierung, moralische Führung und sozialen Zusammenhalt innerhalb von Gemeinschaften bieten.
Die besondere Stärke des Projekts liegt in seinem strukturierten, glaubensbasierten Ansatz zur Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt. Es verbindet gendersensible Theologie mit der Förderung positiver Männlichkeitsbilder und der gezielten Stärkung von Mädchen in Führungsrollen innerhalb kirchlicher Strukturen. Indem das Projekt direkt in bestehenden Glaubensgemeinschaften ansetzt, regt es nachhaltige Veränderungen von Einstellungen und Verhaltensweisen an und leistet einen konkreten Beitrag zu sicheren, gerechten und gewaltfreien Gemeinschaften.
Aufbau eines Praxisnetzwerks
Über die finanzielle Unterstützung hinaus möchte die EMS die Zusammenarbeit der Organisationen stärken, die die 13 Projekte und Programme durchführen. Während der Umsetzungsphase wird Pfarrerin McCormick eine Reihe von Online-Treffen organisieren.
„Im Laufe der Jahre 2026 und 2027 werden wir eine Gemeinschaft der gegenseitigen Fürsorge schaffen, die den Projektteams ermöglicht, Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und unsere gemeinsamen Anstrengungen zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt zu stärken“, so McCormick.
Durch diese Investitionen und Partnerschaften unterstreicht die EMS ihr Engagement für Gendergerechtigkeit und stärkt lokal geführte Initiativen, die den Ursachen geschlechtsspezifischer Gewalt in vielfältigen kulturellen und religiösen Kontexten weltweit nachhaltig entgegenwirken.
Unterstützen Sie diese wichtige Arbeit mit Ihrer Spende!
Mit Ihrer Spende unterstützen Sie die Arbeit der EMS im Einsatz für Gendergerechtigkeit und gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Jeder Beitrag hilft, Projekte zum Schutz, zur Aufklärung und zur Stärkung von Betroffenen weltweit umzusetzen. So tragen Sie dazu bei, nachhaltige Veränderungen anzustoßen, Gewalt vorzubeugen und gerechtere sowie sicherere Gemeinschaften zu fördern.