Mittwoch, 12. Februar 2025
Kirchen in Asien fordern eine neue Kultur des Friedens
Mitgliedskirchen der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS) beraten auf dem Regionalforum in Delhi über neue Wege der Friedens- und Versöhnungsarbeit für Süd- und Ostasien.
Von 10. bis 12. Februar 2025 findet das Süd- und Ostasien-Regionalforum der EMS in Delhi (Indien) statt, zu dem sich Delegierte der EMS-Mitgliedskirchen aus Indien und Korea versammeln. Vertreten ist die Presbyterianische Kirche von Korea (PCK), die Presbyterianische Kirche in der Republik Korea (PROK), die Kirche von Nordindien (CNI) und die Kirche von Südindien (CSI). Gemeinsam beraten sie über neue Wege der Konfliktbearbeitung in Asien.
Konkret geht es um den Konflikt zwischen Nord- und Südkorea und die zunehmenden Spannungen im südchinesischen Meer. Aber auch die Diskriminierung von religiösen Minderheiten in Indien ist Thema der Beratungen der Kirchen. „Wir haben eine gemeinsame Aufgabe, für Frieden zwischen den Staaten und für Versöhnung in den Gesellschaften in Südasien und Ostasien einzutreten“, sagt B. K. Nayak, der leitende Bischof der Kirche von Nordindien. „Die Kirchen in Asien engagieren sich seit vielen Jahren für Versöhnung. Das ist Teil unserer Identität.“
So initiierte der koreanische Kirchenrat eine Kampagne für einen Friedensvertrag zwischen Nord- und Südkorea. Trotz vieler politischer Anfeindungen setzen sich die Kirchen unermüdlich für die Überwindung der Spannungen ein. Ein anderes Beispiel für die Friedensarbeit der Kirchen ist der Wettbewerb „Singen für den Frieden“, den die Kirche von Südindien (CSI) veranstaltet hat. Kinderchöre aus 20 Schulen haben dabei mit ihrem Gesang für Frieden, Harmonie und Gemeinsamkeit geworben.
Während die Welt von zunehmenden Auseinandersetzungen geprägt wird, setzen sich die Kirchen bewusst gemeinsam für die Überwindung der Spannungen und Konflikte ein. „Es darf nicht das Recht des Stärkeren regieren, sondern Gerechtigkeit und der Respekt vor den anderen müssen unser Handeln bestimmen, egal ob in der Politik oder in der Begegnung der Religionen“, sagt Han Yin Yoon, der stellvertretende Kirchenpräsident der PCK. Sungkok Park, Ökumenereferent der PROK, erinnert an die friedliche Revolution in Europa vor 35 Jahren. „Damals waren die Kirchen in Europa die treibenden Kräfte zur Überwindung des Kalten Kriegs. Das ist für uns eine Ermutigung, dass die Überwindung der Mauern auch in Asien möglich ist.“
Dieter Heidtmann, Generalsekretär der EMS, ist überzeugt: „Die friedliche Zusammenarbeit der Kirchen über nationale und kulturelle Grenzen hinweg in der weltweiten EMS-Gemeinschaft ist ein Vorbild für die Friedensarbeit weltweit. Gemeinsam zeigen wir, dass Frieden und Versöhnung möglich sind.“
Pressekontakt: Dr. Dieter Heidtmann, heidtmann@ems-online.org, Tel. +49 711 636 78 21