Freitag, 19. Juni 2026

Missionsrat: Hoffnung teilen in einer krisengeprägten Welt

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Der Missionsrat der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS) tagt vom 17. bis 19. Juni online. Am ersten Tag nahmen die 21 Delegierten, die die Mitgliedskirchen und -organisationen vertreten, Berichte aus der Geschäftsstelle, dem Präsidium und dem Theologischen Ausschuss entgegen. 

Bericht der Geschäftsstelle 

EMS-Generalsekretär Pfarrer Dr. Dieter Heidtmann stellte zentrale Entwicklungen vor, die sich aus den Gremienbeschlüssen Ende 2025 ergeben haben. Dazu zählen die Verabschiedung und erste Umsetzung aktualisierter Richtlinien für Programme und Projekte (ProPro), zur Korruptionsbekämpfung sowie zu Schutzmaßnahmen gegen sexualisierte Gewalt (Safeguarding) in allen Arbeitsbereichen der EMS. 

Zudem wurde ein Entwurf der EMS-Agenda 2026–2031 erarbeitet, der sich derzeit in der Konsultationsphase befindet. Parallel dazu wird die strategische und finanzielle Planung der EMS kontinuierlich weiterentwickelt. 

Heidtmann betonte, dass sich die Geschäftsstelle in einem umfassenden Transformationsprozess befindet. Berichte aus den Fachbereichen dokumentieren wichtige Fortschritte, darunter die Neubesetzung von Stellen durch entsandte Pfarrer in den Bereichen Ostasien und Indien, deren Finanzierung gemeinsam mit den entsendenden Kirchen erfolgt. Darüber hinaus wurde das überarbeitete ProPro-Verfahren erstmals angewendet, einschließlich der vorgesehenen Prüfprozesse gemäß der neuen Richtlinie. 

Mehrere Sitzungen des Präsidiums haben zur weiteren Stärkung von Governance und strategischer Ausrichtung beigetragen. Gleichzeitig wies Heidtmann darauf hin, dass der anhaltende Konflikt im Nahen Osten „die Arbeit der EMS tiefgreifend beeinträchtigt“. Die EMS reagierte darauf mit Nothilfe, angepassten Maßnahmen vor Ort sowie mit klarer Solidarität gegenüber den betroffenen Mitgliedern, insbesondere im Libanon. 

Bericht des Präsidiums 

Bei der Vorstellung des Präsidiumsberichts griff EMS-Präsidentin Pfarrerin Anne Heitmann das Leitmotiv „Botschafterinnen und Botschafter der Hoffnung“ auf. 

Sie erläuterte, dass dieser Begriff Menschen und Gemeinschaften bezeichnet, die aktiv Ermutigung, Solidarität und Glauben weitertragen – insbesondere in Zeiten von Krise, Leid und Unsicherheit. Im Kontext der EMS zeigt sich dies etwa darin, dass Kirchen und ihre Mitglieder Menschen unterstützen, die von Konflikten betroffen sind, unter anderem im Libanon. 

Heitmann betonte, dass das Teilen von Hoffnung weit über materielle Hilfe hinausgehe. Es umfasst: 

- Geistliche Unterstützung: Beten, Gottesdienste feiern und Glauben teilen, um Widerstandskraft und Lebenssinn zu stärken. 
- Solidarität und Präsenz: Vermitteln, dass Menschen nicht allein sind – auch über geografische und kulturelle Grenzen hinweg. 
- Zuhören und Empathie: Ängste, Schmerz und Bedürfnisse ernst nehmen, ohne die Realität von Not zu verharmlosen. 
- Ermutigung durch konkretes Handeln: Praktische Hilfe leisten, etwa durch Nothilfe, und zugleich Würde und Vertrauen stärken. 

Dieses Verständnis mache deutlich, so Heitmann, dass „Hoffnung nicht bloß Optimismus“ sei, sondern „eine gelebte und geteilte Gewissheit, die Menschen auch in dunkelsten Situationen trägt“. Botschafterinnen und Botschafter der Hoffnung seien diejenigen, die diese Überzeugung in Wort und Tat zum Ausdruck bringen. 

Bericht des Theologischen Ausschusses 

Nach seiner Konstituierung hatte der Ausschuss geplant, im März 2026 in Ghana zu tagen. Aufgrund unvorhersehbarer Umstände fand die Sitzung jedoch online statt. 

Im Rahmen der Sitzung überprüfte der Ausschuss die bestehenden theologischen Leitlinien der EMS, die seit über 20 Jahren nicht mehr überarbeitet wurden. Er schlug vor, einen Konsultationsprozess zur Aktualisierung anzustoßen, mit dem Ziel, der Mitgliederversammlung im Jahr 2028 eine überarbeitete Fassung zur Verabschiedung vorzulegen.