Freitag, 20. März 2026
Nahost: Sichere Zuflucht und praktische Hilfe
Wie EMS-Partner Geflüchteten beistehen
Der seit dem 28. Februar andauernde Krieg im Nahen Osten trifft unsere Mitgliedskirchen und ihre Einrichtungen im Libanon, in Jordanien, Palästina und Israel mit voller Wucht. Dennoch setzen sie ihre Arbeit fort und leisten unermüdliche Hilfe – ermöglicht auch durch die Unterstützung der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS).
Erste Hilfe in Beirut angelaufen
In Beirut haben Mitglieder und Partner der EMS schnell konkrete Hilfsmaßnahmen gestartet. Dazu gehören ein Projekt der Nationalen Evangelischen Kirche in Beirut (NECB) sowie die Initiative der Near East School of Theology (NEST), von der wir heute berichten.
Im Gebäude des National Protestant College (NPC), einer ehemaligen Schule in der Nachbarschaft der NEST, hat sich innerhalb weniger Tage eine Gemeinschaft von mehr als 300 überwiegend schiitischen Vertriebenen gebildet, darunter über 50 Kinder. Mitarbeitende und Studierende der NEST heißen sie mit großer Herzlichkeit willkommen.
„Die Familien sind der protestantischen Gemeinde sehr dankbar“, so Professor Martin Accad, Präsident der NEST. „Das Gebäude der NPC ist für sie zum sicheren Zufluchtsort geworden – angesichts der aktuellen Herausforderungen im Libanon ist das keineswegs selbstverständlich.“
Schiitische Familien stehen in Beirut häufig unter Generalverdacht, der Hisbollah nahezustehen, die im Süden des Landes Stützpunkte unterhält. Umso wichtiger ist es, ihnen einen geschützten Raum zu bieten.
Selbstständig kochen – ein Stück Normalität und Würde
Das Helfendenteam stellt sicher, dass die Familien mit frischen Lebensmitteln wie Gemüse, Obst, Huhn und Grundnahrungsmitteln versorgt werden. Anders als in vielen NGO-Zentren gibt es im NPC eine Küche mit Kühlschrank und Gefriertruhe – die Menschen können hier ihre Mahlzeiten selbst zubereiten.
Dieser Ansatz bringt mehrere Vorteile:
- Kosteneffizienz: Selbst gekochte Mahlzeiten kosten rund 2 US-Dollar pro Person. Das ist deutlich weniger als vorgefertigte Rationen, die mindestens 5 US-Dollar kosten und große Mengen Plastikmüll verursachen.
- Kulturelle Angemessenheit: Die Familien können mit vertrauten Zutaten und Gewürzen kochen.
- Wahrung von Selbstbestimmung und Würde: Besonders die Frauen betonen, wie wichtig es für sie ist, für ihre Familien kochen zu können. Dies stärkt ihr Wohlbefinden und ihre seelische Gesundheit.
NEST-Programme für Kinder und Jugendliche
Fünfzehn Studierende sowie mehrere Mitarbeitende und Lehrende der NEST bieten ein- bis zweimal pro Woche Bildungs- und Freizeitprogramme für die geflüchteten Kinder und Jugendlichen an – darunter Bastelangebote und Bewegungsspiele. NEST plant, diese Angebote fortzuführen und auszuweiten.
„Mit bescheidenen Mitteln haben diese Programme bereits einen großen positiven Einfluss auf die Kinder, deren Alltag durch Flucht und Vertreibung massiv belastet ist“, so Martin Accad.
Unser dringender Aufruf
Beten Sie mit uns
- für Frieden und für ein sofortiges Ende des Krieges
- für Schutz und Kraft für unsere Mitgliedskirchen, ihre Gemeindemitglieder und Ehrenamtlichen
- für die vielen Menschen, die fliehen müssen oder geliebte Menschen verloren haben
- für politisch Verantwortliche, die Entscheidungen von großer Tragweite treffen
Helfen Sie mit Ihrer Spende
Ihre Unterstützung wird dringend benötigt, damit wir vor Ort:
- Geflüchtete sicher unterbringen können
- Lebensmittel, Wasser und dringend benötigte Hilfsgüter bereitstellen
- Kinder und Jugendliche weiter betreuen, schützen und begleiten
Jeder Beitrag an den EMS-Nothilfefonds – ob klein oder groß – kommt Menschen in Krisengebieten und Notlagen zugute, wie jetzt im Nahen Osten.
„Betet für uns.“
Mit diesen Worten schließen unsere Geschwister im Nahen Osten ihre Berichte. Nehmen wir diesen Ruf an – im Gebet, im Mittragen und im Teilen dessen, was wir geben können.
Spendenkonto
Evangelische Bank eG
IBAN: DE85 5206 0410 0000 0001 24
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: EMS-Nothilfe