Montag, 19. Oktober 2026

Treffen in Kapstadt stärken den Einsatz gegen genderspezifische Gewalt

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Delegierte aus Mitgliedskirchen und Partnerorganisationen der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS) kommen vom 20. bis 25. Oktober 2026 in Kapstadt (Südafrika) zu zwei eng miteinander verbundenen Veranstaltungen zusammen: dem Treffen des Internationalen Frauennetzwerks der EMS und einer Konferenz der gastgebenden Evangelische Brüder-Unität in Südafrika (MCSA) unter dem Thema „Von der Reflexion zum Handeln: Stärkung der Reaktion der MCSA auf genderspezifische Gewalt und Femizide“ (From Reflection to Action: Strengthening MCSA's Response to Gender-Based Violence and Femicide).

„Die Konferenz findet zu einem entscheidenden Zeitpunkt für Südafrika statt, wo genderspezifische Gewalt und Femizide (GBVF) weiterhin zu den größten sozialen und menschenrechtlichen Herausforderungen gehören“, sagt Anda Nkosi von der MCSA, die zugleich als Leiterin der Strategieabteilung im Gesundheitsministerium der Provinz Westkap tätig ist.

Aktuelle Kriminalstatistiken verzeichnen innerhalb von nur drei Monaten fast 10.000 gemeldete Vergewaltigungen sowie Tausende weitere Fälle sexueller Übergriffe, häuslicher Gewalt und Körperverletzung. Fachorganisationen gehen davon aus, dass das tatsächliche Ausmaß deutlich höher liegt, da zahlreiche Vorfälle nicht angezeigt werden.

Studien zeigen zudem, dass Gewalt häufig dort geschieht, wo Frauen und Kinder eigentlich Schutz und Sicherheit erfahren sollten: im familiären und sozialen Umfeld. Armut, soziale Ungleichheit, patriarchale Strukturen und tief verwurzelte gesellschaftliche Normen tragen weiterhin zur Verbreitung genderspezifischer Gewalt bei.

Vor diesem Hintergrund soll das Treffen in Kapstadt Raum für gegenseitiges Lernen, internationale Solidarität und konkrete Handlungsschritte schaffen. Die Teilnehmenden werden gemeinsam erarbeiten, wie Kirchen zur Prävention von Gewalt beitragen, Betroffene wirksam unterstützen und Gendergerechtigkeit fördern können.

Treffen des Internationalen Frauennetzwerks

Vom 20. bis 22. Oktober beschäftigen sich die Mitglieder des Internationalen Frauennetzwerks (IWN) mit der zukünftigen Ausrichtung des Netzwerks, der Stärkung regionaler Beziehungen sowie Strategien zur Förderung der Beteiligung von Frauen an kirchlichen Entscheidungs- und Leitungsprozessen.

Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Vision und Struktur des Netzwerks, geistlicher Stärkung, Ressourcenentwicklung und der stärkeren Sichtbarkeit von Frauen innerhalb der EMS-Gemeinschaft. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Gendergerechtigkeit. Die Teilnehmenden werden Erfahrungen aus ihren jeweiligen Kontexten austauschen und darüber beraten, wie Glaubensgemeinschaften wirksamer auf Gewalt, Diskriminierung und Ausgrenzung reagieren können.

Das IWN wird außerdem ein Thuthuzela Care Centre am Bremer Hospital in Kapstadt besuchen. Diese speziellen Einrichtungen sind in südafrikanischen Krankenhäusern angesiedelt und bieten Betroffenen geschlechtsspezifischer Gewalt medizinische sowie weitere umfassende Unterstützung. Der Besuch bietet die Gelegenheit, von lokalen Erfahrungen in den Bereichen Prävention, Heilung und Advocacy zu lernen.

Konferenz: Von der Reflexion zum Handeln

An das Netzwerktreffen schließt sich vom 23. bis 25. Oktober die Konferenz „From Reflection to Action: Strengthening MCSA's Response to Gender-Based Violence and Femicide“ an.

Kirchenleitende, Fachkräfte, Aktivistinnen und Aktivisten sowie Vertreterinnen des Internationalen Frauennetzwerks kommen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, Herausforderungen zu analysieren und praxisnahe Empfehlungen für ein stärkeres kirchliches Engagement gegen genderspezifische Gewalt zu entwickeln.

Auf dem Programm stehen Grundsatzreferate, Berichte zum Anti-GBVF-Programm der MCSA, internationale Beiträge aus dem Frauennetzwerk, Arbeitsgruppen, Podiumsgespräche sowie ein abschließender Gottesdienst mit einer gemeinsamen Selbstverpflichtung zum weiteren Engagement.

Gemeinsames Engagement für Gerechtigkeit und Würde

„Beide Veranstaltungen spiegeln die gemeinsame Überzeugung wider, dass Kirchen eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung genderspezifischer Gewalt und Femizide sowie bei der Förderung von Geschlechtergerechtigkeit spielen“, betont Pfarrerin Eleanor McCormick, Leiterin des Bereichs Programme und Netzwerke der EMS. „Wir sehen, dass unsere Mitgliedskirchen durch Bildungsarbeit, politische Fürsprache, Seelsorge und gesellschaftliches Engagement schädliche Denkmuster überwinden, Betroffene unterstützen und eine Kultur der Würde, des Respekts und der Gleichberechtigung fördern. Wir wollen und müssen dafür sorgen, dass dies in unserer EMS-Gemeinschaft weiter gestärkt und ausgebaut wird.“

Mit den Veranstaltungen bekräftigt die EMS ihr Engagement für Gendergerechtigkeit und die Stärkung von Frauen in Kirche und Gesellschaft. Durch die Vernetzung von Kirchenleitenden, Aktivistinnen und Aktivisten sowie Frauennetzwerken aus unterschiedlichen Kontexten soll die internationale Zusammenarbeit vertieft und langfristiges gemeinsames Handeln angestoßen werden.

Die Treffen in Kapstadt wollen Reflexion in konkretes Engagement übersetzen. Sie sollen die Teilnehmenden ermutigen und befähigen, sich für Gendergerechtigkeit einzusetzen, Überlebende von Gewalt zu unterstützen und Gemeinschaften zu fördern, in denen alle Menschen in Würde, Sicherheit und Hoffnung leben können.

Das Internationale Frauennetzwerk der EMS verbindet Frauen über Kontinente hinweg, damit sie sich gegenseitig stärken und gemeinsam gegen Gewalt eintreten. Wenn Sie diese Arbeit unterstützen möchten, freuen wir uns über Ihre Spende.

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