Dienstag, 06. August 2024

Weltweites Gebet für Frieden in Nahost

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„Gnädiger und liebender Gott, wir kommen zu dir mit schweren Herzen, und wir bringen vor dich den Libanon und alle, die die von den Wirren im Nahen Osten betroffen sind. (…) Herr, wir bitten dich um dein göttliches Eingreifen, damit es zur Deeskalation in Nahost kommen kann. Schenke den politischen und militärischen Führern Weisheit und Einsicht, leite sie auf Pfade des Friedens und der Versöhnung. Bewege ihre Herzen hin zu Diplomatie und Dialog, lass sie nach einem Waffenstillstand und dauerhaftem Frieden streben. Wir beten, dass die Regierungen weltweit mutige und mitfühlende Schritte unternehmen, um friedliche Lösungen voranzubringen.“

- So heißt es in einem Gebet der Evangelisch-Christlichen Kirche in Halmahera, Indonesien, das in diesen Tagen veröffentlicht und von unzähligen Gemeinden mitgebetet wurde. Noch nie in den letzten 57 Jahren war die Gefahr eines umfassenden Krieges im ganzen Nahen Osten so groß wie heute. Ein innenpolitisch tief gespaltenes Israel steht bereits jetzt in einem stetig sich verschärfenden Mehr-Fronten-Krieg im Gazastreifen und im Westjordanland, gegen die Hizbollah im Libanon/Syrien sowie gegen die Huthi-Milizen im Jemen. Während ein Abkommen über die Freilassung der israelischen Geiseln in weite Ferne gerückt ist und die palästinensische Bevölkerung im Gazastreifen mittlerweile rund 40.000 Tote beklagt, könnte die Ermordung dreier politischer und militärischer Führer der Terrorgruppen Hamas und Hizbollah eine direkte Konfrontation zwischen Israel und dem Iran nach sich ziehen. 

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Insbesondere für den Libanon, ein höchst fragiles und seit Jahren von Mehrfachkrisen geschütteltes Land, wären die Folgen verheerend. Ein Krieg würde den Libanon wohl vollends zerstören. Betroffen wären dann unter anderem auch die National Evangelical Church of Beirut (NECB), die Near East School of Theology (NEST) und die Johann Ludwig Schneller-Schule (JLSS). 

In dieser Situation hat sich die internationale EMS-Gemeinschaft wieder einmal als eine Gemeinschaft von Betenden erwiesen. „Betet für uns“, so hatte es Pfarrer Dr. Habib Badr, der Leiter der NECB und Präsidiumsmitglied der EMS, dem EMS-Missionsratsvorsitzenden, Pfarrer Dr. h.c. Detlev Knoche gesagt. Kurzerhand schickte Knoche im Namen des Präsidiums einen Gebetsaufruf an alle EMS-Mitgliedskirchen: „Wir bitten die Mitgliedskirchen der EMS-Gemeinschaft, gemeinsam zu beten in der Hoffnung, dass eine weitere Eskalation durch mutige Diplomatie noch vermieden werden kann.“

Die ersten, die sich zurückmeldeten, waren die Geschwister in Indonesien mit ihrem anrührenden Gebet. Kurz darauf meldete sich die Presbyterianische Kirche in der Republik Korea: „Selbstverständlich veröffentlichen wir den Gebetsaufruf in unserer Zeitschrift und auf unserer Website“, schrieb Pfarrer Dr. Sungkook PARK, der Ökumenereferent der Kirche. Aber auch die deutschen EMS-Mitgliedskirchen sind fester Teil dieser Gebetsgemeinschaft: „Natürlich haben wir heute Morgen im Gottesdienst auch für die Menschen im Libanon gebetet“, vermeldete Kirchenrätin Anne Heitmann aus der Evangelischen Landeskirche in Baden.

Bei allen Wortmeldungen fällt eines auf: Es sind nicht nur allgemeine, unkonkrete Gebete, die da gesprochen werden. Vielmehr werden auch immer wieder ein sofortiger Waffenstillstand und ein umfassender Einsatz der Diplomatie gefordert. Für die libanesischen Geschwister ist dies Trost und zugleich ein unschätzbares Zeichen der Solidarität. „Wir können gar nicht in Worte fassen, wie wichtig eure Gebete für uns sind. Im Gebet stehen wir zusammen, und stellen uns den Stimmen des Krieges und ihren Drohungen entgegen“, sagt Dr. Martin Accad, frisch gewählter Hochschulpräsident der NEST. Und Pfarrer George Haddad, scheidender Direktor der JLSS, ergänzt: „Danke. Mögen sich Frieden, Versöhnung und Weisheit durchsetzen.“