Dienstag, 20. Januar 2026

Projektarbeit in Indonesien 

Gemeinsam für eine bessere Gesellschaft

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Als solidarische Gemeinschaft bringt die EMS Kirchen und Menschen zusammen – nicht nur weltweit, sondern auch auf regionaler Ebene. Ein gutes Beispiel dafür sind die zehn EMS-Mitgliedskirchen in Indonesien, die bei der Verwirklichung ihrer Projekte voneinander lernen, miteinander teilen und sich gegenseitig unterstützen.

Indonesien zählt zu den vier bevölkerungsreichsten Ländern der Welt. Seine über 280 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner sind überwiegend muslimischen Glaubens und leben auf vielen tausend Inseln verteilt. Dazwischen erstrecken sich die Weiten des Indischen Ozeans. Für die indonesischen EMS-Mitgliedskirchen bedeutet dies eine große Herausforderung. Wenn sie zusammenarbeiten wollen, müssen sie meist enorme räumliche Distanzen überwinden. Ihre Vertreterinnen und Vertreter treffen sich deshalb regelmäßig an einem zentralen Ort zum EMS-Regionalforum Indonesien. In diesem Gremium unterstützen sich die Kirchen gegenseitig durch Beratung und die Weitergabe erfolgreicher Konzepte. Sie verstehen sich nicht als Minderheit in einer muslimisch geprägten Gesellschaft, sondern als besondere Gruppe, die einen wichtigen Beitrag zum Gemeinwohl leistet.

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Umfassende Bildungsangebote

Die Toraja-Kirche (GT) betreibt in der Ortschaft Kondoran auf Sulawesi ein interdisziplinäres Schulungszentrum. Es unterstützt lokale Gemeinschaften mit Bildungsprogrammen in den Bereichen Wirtschaft, Umweltschutz, Ernährung, Gesundheit, Familienberatung und Konfliktbewältigung. Über die Angebote des Zentrums lernen die Teilnehmenden effiziente landwirtschaftliche Methoden kennen, werden über Gesundheitsgefahren aufgeklärt und bei der Gestaltung eines friedlichen Miteinanders unterstützt. Die Programme qualifizieren Menschen, die bisher nur gering angesehene und schlecht bezahlte Hilfsarbeiten ausgeführt haben. Einige von ihnen, wie die 31-jährige Suharyani, schaffen sogar den Schritt in die Selbstständigkeit. Sie berichtet: „Ich hatte immer den Wunsch, Schneiderin zu werden, und wusste auch, dass es dafür einen Bedarf in unserem Dorf und in unserer Region gibt. Aber ich hätte die Ausbildung und die Ausstattung niemals selbst finanzieren können. Das Projekt der Kirche hat mir das ermöglicht. Das Team vor Ort begleitet und berät mich weiterhin bei allen Fragen. Ich bin dafür unglaublich dankbar, nicht nur für mich selbst, sondern auch für meine Kinder. Dank meines Einkommens kann ich ihnen einen guten Start ins Leben ermöglichen.“

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Fischzucht und Reisanbau

Das Kondoran-Zentrum gibt seine Expertise an die anderen Kirchen weiter. Auch ein Projekt der Toraja-Mamasa-Kirche (GTM) im Hochland von Sulawesi profitiert davon. Die Kirche hat ein eigenes Schulungszentrum errichtet, das sich auf die Vermittlung der so genannten Mina-Padi-Methode spezialisiert hat. Bei dieser landwirtschaftlichen Methode werden Fische in den überfluteten Reisfeldern gehalten. Dadurch entstehen Synergieeffekte: Die Fische fressen Schädlinge, düngen mit ihren Ausscheidungen die Reispflanzen und steigern so die Erträge. Durch den Verkauf der Speisefische können die Reisbauern ein willkommenes zusätzliches Einkommen erzielen. Ein weiterer Pluspunkt: Da die Mina-Padi-Methode ohne künstlichen Dünger auskommt, werden die natürlichen Wasservorkommen geschont.

Algen gegen Armut

Auch beim Projekt „Algen gegen Armut“, das die Christliche Kirche von Südsulawesi (GKSS) ins Leben gerufen hat, spielt die Ressource Wasser eine entscheidende Rolle. Denn das Meer ist die Grundlage für einen erfolgreichen Anbau der klimafreundlichen, vielfältig nutzbaren Organismen. An zwei Orten in der Küstenregion Labakkang in Südsulawesi organisiert die Kirche Workshops und begleitet rund 20 Familien dabei, den Anbau und die Vermarktung von Algen selbstständig zu übernehmen. Die Kirche lässt sich dabei von Expert*innen aus Forschung und Wirtschaft beraten. Das Projekt der Kirche ist bewusst religionsübergreifend ausgerichtet und wendet sich gleichermaßen an Christen und Muslime. Vom gemeinsamen Lernen und Arbeiten wird ein positiver Effekt auf das interreligiöse Miteinander in der mehrheitlich muslimischen Bevölkerung erwartet.

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Fokus auf Nachhaltigkeit

Die  Protestantisch-Indonesische Kirche in  Luwu (GPIL) hat ein Projekt ins Leben gerufen, das sowohl der Natur hilft als auch die Menschen unterstützt, die von ihr leben. Im Mittelpunkt der Projektarbeit steht die Aufforstung von abgeholzten Waldflächen mit Durianbäumen. Durianbäume, auch Zibetbäume genannt, sind in ganz Indonesien weit verbreitet. Sie werden bis zu 50 Meter hoch und können Wasser in großen Mengen speichern. So tragen sie entscheidend zu einem intakten Ökosystem und dem Schutz vor Bodenerosion bei. Ihre wohlschmeckenden Früchte mit der charakteristisch stacheligen Schale sind sehr beliebt und können gewinnbringend verkauft werden. Dadurch sollen die beteiligten Familien in die Situation gebracht werden, ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft zu bestreiten.

Die Kirchen in Indonesien gestalten gemeinsam Zukunft. Daran können Sie mitwirken. Ob 20, 50 oder 100 Euro – jede Spende zählt und schafft echte Perspektiven.  

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!  

Team Fundraising