Mittwoch, 15. November 2023
Überwältigt von der Hilfsbereitschaft
NEST-Studentinnen sammeln über 10.000 Euro für Erdbebenopfer
Anna Kierdorf und Antonia Kura hatten seit etwa fünf Monaten an der Near East School of Theology (NEST) in Beirut Theologie studiert, als in der Nacht zum 6. Februar 2023 mehrere Erdbeben weite Teile der türkisch-syrischen Grenzregion in Schutt und Asche legten. Um der Verzweiflung und Hilflosigkeit entgegenzuwirken, beschlossen sie, eine Spendenaktion zu initiieren (siehe Meldung vom 23.03.2023). Dabei sind insgesamt etwas mehr als 10.000 Euro für die Erdbebenopfer in Nordsyrien zusammengekommen.
„Wir möchten uns ganz herzlich für jeden einzelnen Beitrag bedanken, der es uns ermöglicht hat, die überwältigende Summe von über 10.000 Euro zu sammeln! Mit so viel Unterstützung haben wir nicht zu rechnen gewagt und freuen uns umso mehr über das, was mit dieser Summe erreicht werden konnte“, so die beiden Theologiestudentinnen.
Mit der ersten Hälfte der Spendengelder wurde im Mai ein Lastwagen mit Windeln, Hygieneartikeln und Babynahrung von Beirut nach Aleppo geschickt. Dort wurden die Hilfsgüter an die medizinischen Zentren der Armenisch-Evangelischen und der Presbyterianischen Kirche sowie an das Armenische Altenheim verteilt, wo sie auch Menschen außerhalb der Kirchengemeinden zugutekamen. Weitere Hilfsgüter im Wert von 5.000 Euro sind Ende September in den medizinischen Zentren und dem Altenheim in Aleppo eingetroffen.
„Da wir viel mehr Geld als erwartet zur Verfügung hatten und die schwierige wirtschaftliche und finanzielle Situation im krisengeschüttelten Libanon einige Herausforderungen für unsere Spendenaktion mit sich brachte, verzögerte sich die Beschaffung der Hilfsgüter zunächst etwas, so dass die erste Ladung später als geplant Aleppo erreichte“, so die Studentinnen und fügen hinzu: „Letztlich kam die Hilfe aber genau zum richtigen Zeitpunkt, als es kaum andere Hilfe gab.“
Die Lage in Syrien ist nach wie vor sehr schwierig. Die desolate wirtschaftliche Situation zeigt sich unter anderem in der steigenden Inflation. Die zweite Hilfslieferung im September traf zu einem Zeitpunkt ein, als vor Ort kaum noch Babynahrung frei verkäuflich war und andere Güter in der Zwischenzeit noch teurer und damit für die Bevölkerung nahezu unerschwinglich geworden waren.
Anna Kierdorf und Antonia Kura möchten vor allen auch den Dank der armenisch-evangelischen und presbyterianischen Gemeinden weitergeben. Die internationalen Hilfsmaßnahmen werden von den Gemeinden in Aleppo mit großer Dankbarkeit aufgenommen. In einem der vielen Dankesbriefe heißt es: „Die aktuelle Situation stellt uns vor große Herausforderungen. Ihr Beitrag ist für uns ein Zeichen der Hoffnung und hat es uns ermöglicht, denjenigen Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen, die sie am dringendsten benötigen. Ihre Spenden haben nicht nur die materielle Not gelindert, sondern auch die Herzen der bedürftigen Familien berührt.“
Für die beiden Studentinnen ist klar: „Durch die gemeinsame Arbeit an der Hilfsaktion konnte nicht nur Menschen in Not geholfen werden. Es sind auch wunderbare neue Freundschaften entstanden. Die Verbindungen, die wir in diesem Prozess geknüpft haben, gehen weit über die ursprüngliche Aktion hinaus. Diese neuen Freundschaften sind so bereichernd, dass wir bereits darüber sprechen, in Zukunft gemeinsame Projekte auf die Beine zu stellen. Noch einmal: Vielen, vielen Dank für Ihren und Euren Beitrag!“